Tunnel

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier – 80 km/h im Kalker Tunnel

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Der Mensch ist scheinbar wirklich ein Gewohnheitstier.

Sieben Jahre hat es gedauert, den maroden Kalker Tunnel zu sanieren. Dieser Tunnel ist quasi die rechtsrheinische Zufahrt zur Stadt, wenn man von der Autobahn A3 und A4 über den Rhein ins linksrheinische Köln will. Sieben Jahre staute sich dort relativ regelmäßig der Verkehr, weil wegen der Baustelle die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf 50 km/h begrenzt wurde. Und „natürlich“ wurden dort in beiden Fahrtrichtungen auch stationäre Blitzer installiert, schließlich hielt sich nicht jeder an diese Geschwindigkeitsbegrenzung.

Seit knapp über einem Monat nun ist der Kalker Tunnel, dessen Sanierung eigentlich nur 2 anstatt 7 Jahre dauern sollte, wieder wie eh und je mit 80 km/h befahrbar. Doch einige scheinen dies noch nicht mitbekommen haben, ignorieren es oder haben die siebenjährige 50km/h-Begrenzung inzwischen so verinnerlicht, das sie im Tunnel überhaupt nicht mehr schneller fahren möchten.

Weshalb gerade zu den Stoßzeiten im Berufsverkehr jetzt auch weiterhin das große einbremsen beginnt. Obwohl an mehreren Stellen deutlich sichtbare Schilder mit einer großen „80“ aufgestellt wurden, werden gerade vor den stationären Blitzern mitunter abenteuerliche Vollbremsungen hingelegt. Ich selbst hatte in dieser Woche gleich zweimal Mühe einen Auffahrunfall zu vermeiden, weil der jeweilige Vordermann extrem heftig den Anker warf.

Ich denke mal, das noch viel Wasser den Rhein hinunter fließen wird, bis auch der letzte mitbekommen hat, das die 50 km/h nun wieder Geschichte sind und die Stadtautobahn wieder schneller befahrbar ist. Der Mensch ist scheinbar wirklich ein Gewohnheitstier… Aber das erwähnte ich ja schon.

Ein komisches Völkchen, diese Schweizer

bergeÜbernächste Woche gehts wieder in die Schweiz.

Nur beruflich, Urlaub kann man sich dort sowieso nicht mehr leisten. Die Schweiz gehört ja zusammen mit Uruguay, Vietnam, Griechenland und Bayern zu den 5 (un)heimlichen Weltmächten. Weil die Schweizer aber den Anfang des Rheins besitzen wagt niemand in Europa, etwas dagegen zu unternehmen. Das Land befindet sich zwischen vielen hohen Bergen und in den wenigen Tälern findet man vereinzelt auch Ortschaften. Seen soll es dort auch geben, die hab ich aber nicht gesehen. Wahrscheinlich weil es bei meinem letzten Besuch schon dunkel war…

Die Schweiz ist uralt. Die ersten Siedler waren den Überlieferungen nach orientierungslose Deutsche, die sich auf dem Weg zu Aldi verlaufen hatten. Im Rheintal gründeten sie dann eine Kolonie und weil sowas eine Sauarbeit ist bei der man manchmal ganz schön ins schwitzen kommt, nannten sie ihr Land Schwyiz. Nicht besonders ausgefallen, dafür aber kurz und prägnant.

Das Land war stets von Feinden umgeben und so entwickelten die Schweizer eine abhörsichere und nicht dekodierbare Sprache, das sogenannte Schweizerdeutsch. Ein Sprachcode der – ähnlich wie in Bayern – selbst von qualifizierten Spezialisten bis heute nicht geknackt werden konnte. Nichts desto trotz sind die Schweizer noch verhältnismäßig friedlich. Obwohl sie eigentümliche Sitten entwickelten, bei denen zum Beispiel Jugendlichen Äpfel vom Kopf geschossen wurden.

Eigentlich ein sehr sinnvoller Brauch, wird dadurch doch die Zahl hohlbirniger Stimmbruch-Teenies, welche meist eh nur Mist bauen, auf ein einigermaßen erträgliches Maß reduziert. Übrigens hassen die Schweizer die Österreicher. Nicht weil sie freundlicher als die Schweizer sind, sondern weil sie sich einen Teil der Alpen unter den Nagel gerissen haben und auch weil sie beim Skifahren immer besser als die Schweizer sind.

Die Schweizer sind ein sehr zurückhaltendes Volk, erst recht wenn jemand an ihr Bankgeheimnis will. Da wird der Schweizer noch verschwiegener als ein taubstummer Banker. Denn ein Geheimnis ist ein Geheimnis, da kennt der Schweizer keine Freunde. Grundsätzlich wird in der Schweiz auch alles gegessen, egal ob frisch, verfault oder koscher, Hauptsache man tunkt es vorher in geschmolzenen Käse.

Ein komisches Völkchen, diese Schweizer. Was sie allerdings nicht davon abhält, harmlosen deutschen Touristen oder Grenzgängern wie mir mit hinterhältigen Tricks das Geld aus der Tasche zu ziehen. Um in der Schweiz mit dem Auto fahren zu dürfen, wird einem gleich an der Grenze Geld abgenommen. Als Gegenwert bekommt man nur einen simplen Aufkleber, die Vignette. Und als ob das noch nicht genug wäre, muss man vor manchen der tausenden Tunnel die quer durch das Land gebuddelt wurden, noch einmal extra bezahlen.

Da wird kurzerhand der Schweizer Franken eins zu eins in Euro umgerechnet und notfalls noch ein Bedienungszuschlag erhoben, damit der Profit auch groß genug ist. Diese kleinen mistigen Bergziegen… Normalerweise müsste man ihnen den Krieg erklären aber selbst für diesen Fall haben die Schweizer vorgesorgt. Sie haben sich einfach für neutral erklärt und lassen ihre Feinde erst gar nicht ins Land.

Sie haben zwar eine Armee, aber die trägt nur lustige Uniformen und bewacht den Papst in Rom. Ein komisches Völkchen, diese Schweizer.