Tupperware

Gemeiner Angriff der Tupperdosen

nurmalso

Zwischen Mann und Frau gibt es gelegentlich Meinungsverschiedenheiten…

Wenn es zum Beispiel um die Einhaltung der häuslichen Ordnung geht, dann verstehen die anderen Menschen zumeist überhaupt keinen Spaß. Mann sieht solche Dinge recht locker und stapelt derweil munter weiter. Sei es nun getragene Wäsche, Zeitungen oder sonstiges Stapelgut, stapeln hilft wenigstens Platz zu sparen. Schon von Natur aus waren wir Kronen der Schöpfung schon immer Jäger und Sammler, wobei der Hang zu letzterem bei einigen im Laufe der Jahrtausende besonders ausgeprägt wurde.

Aber nicht nur wir Kronen der Schöpfung stapeln, auch Weibchen entwickeln mitunter einen Drang zum stapeln. Wenn ein Haushaltsvorstand – zum Beispiel ich – an einem sonnigen Samstagmorgen einen Schrank der hauseigenen Küche öffnet und dabei von mindestens 150 Tupperdosen und sonstigem Krimskrams fast erschlagen wird, dann ist aber Matthäus (Nicht Loddar, der natürlich…) am Letzten!

Dann kann es nämlich passieren, dass der Haushaltsvorstand einen mittleren Blutsturz bekommt, das Plastikzeug in einen blauen Müllsack stapelt und diesen dann umgehend in die Tonne kloppt. Und nur darauf wartet, dass das Weibchen sich noch einmal über seine Motorradzeitungen beschwert, die angeblich nur Platz wegnehmen. How, ich habe gesprochen!

Frauen lieben Tupperpartys

mülleimer

Über Tupperware hatte ich mich ja gestern schon ausgelassen.

Der Polyethylen-Alptraum jedes Mannes ist bei den Hausfrauen so beliebt, weil man mit den Erzeugnissen aus der Plastik-Werkstatt nicht nur lagern, sondern auch in der Mikrowelle kochen kann. Zum Erfolg von Tupperware hat auch die Überzeugung in die eigenen Plastik-Erzeugnisse beigetragen. Tupper gewährt 30 Jahre Garantie auf jedes Stückchen Plastik.

Die Seelen der auserkorenen Hausfrauen und die Geldbeutel ihrer Haushaltsvorstände werden bei sogenannten Tupperpartys geschändet. Bei diesen okkulten Messen gehört heimelige Wohlfühl-Rhetorik genauso zum vorher ausgetüftelten Plan wie die kleinen Snacks, die mittels der tuppereigenen Vertriebsprodukte vor Ort zeitnah gefertigt werden. Das demonstriert nicht nur den unmittelbaren Nutzen der Produkte, sondern erzeugt auch ein kaum zu unterdrückendes „Haben-Wollen“ Gefühl bei den unbedarften Teilnehmerinnen.

Die teilweise horrenden Preisforderungen für die Plastik-Erzeugnisse werden mangels fehlender Vergleichsmöglichkeiten mit Konkurrenzprodukten zumeist anstandslos bezahlt. Mittels undurchsichtiger Tages-, Wochen-, Monat- und Einmal-„Angebote“ und großzügiger Vergabe von „Geschenken“ werden diese Preise allerdings geschickt verschleiert.

Die Ausrichterin einer Tupperparty bekommt immer ein Gastgebergeschenk dass vorrangig dazu dient, die Gute bei der Stange zu halten und für weitere Ausrichtungen zu begeistern. Die Teilnehmerinnen erhalten je ein Willkommensgeschenk. Und last but not least kann die Gastgeberin beim Erreichen bestimmter Verkaufsziele zusätzliche Bonusgeschenke einstreichen. Und das so lange, bis auch wirklich jede Teilnehmerin einer Tupperparty eine komplette Kücheneinrichtung ihr Eigen nennt.

Es soll weibliche Menschen geben, die Tupperware horten und jedes Teil in mindestens zweifacher Ausführung lagern. Geht doch mal etwas kaputt oder der Weichmacher in den Plastik-Töpfchen hat nicht die geforderte Qualität, dann ist der weibliche Seelenfrieden bis zum garantiebedingten Umtausch wenigstens gewahrt. „Ersatz hat noch nie geschadet“ denkt sich da die Hausfrau und freut sich schon auf die nächste Tupperparty, um wieder ein Willkommensgeschenk abzugreifen.

Und solange der Haushaltsvorstand den Tupper-Vorrat nicht entdeckt, den die jeweilige bessere Hälfte angehäuft hat, kann man sich die Platzreservierung im Frauenhaus auch sparen…

Der Orgasmus für die Frau – Tupperware

mülleimer

Frauen lieben Tupperware.

Tupperware ist billiges Plastikzeug, dass das Seelenheil der Weibchen in Einklang bringt und das Portemonnaie der Männer erleichtert. Vertrieben wird der Plastikkrempel ganz hinterhältig, denn unter dem Deckmantel eines Haushaltsgerätevertriebs finden diese straff organisierten und weltweit agierenden Drückerkolonnen immer wieder Zugang in die Häuser unvorsichtiger Weibchen, die sich des Schutzes ihrer wohlmeinenden Ehemänner extra dafür vorher temporär entledigt haben. Dann werden exzessive Tupperpartys gefeiert. Doch darum geht es erst morgen…

Heute kümmern wir uns aber nur um den Plastikkrempel, der ganze Küchenschränke verstopfen, Geldbeutel erleichtern und Männer zur Weißglut treiben kann. Ich stamme noch aus einer Generation, da musste man sich fast schämen wenn man Plastiktöpfe in der Küche hatte. Alles war aus Stahl, Blech und Porzellan und man musste sich auch noch keine Gedanken machen, ob das Zeug spülmaschinenfest war oder nicht. Denn es gab noch keine Spülmaschinen…

Wenn man heute nicht wenigstens ein Tupper-Töpfchen im Schrank hat, dann gilt man schon fast als rückständig. Und das nur, weil bei diesen Plastikbehältnissen die Deckel mittels einer Rille so in den Unterbau greifen, dass Luft entweichen aber nicht mehr zurück strömen kann. Wenn man es vergleichen müsste quasi eine Art Schließmuskel aus Plastik.

Angeblich soll man ja in den Plastikdosen auch Nahrungsmittel lagern können, aber das ist nur ein unbestätigtes Gerücht. Wenn man es von der rein technischen Seite sieht, dann könnte aber etwas an diesem Gerücht dran sein. Denn durch den luftdichten Verschluss mumifiziert beispielsweise Fleisch sofort und wäre sogar im Jahr 4013 bestimmt noch als solches erkennbar. Gut, essbar nicht mehr aber Pharaos wurden auch nicht gegessen nachdem sie gefunden wurden…

Um mit dem Plastikkrempel Milliarden umzusetzen, hat Tupperware ein relativ einfaches Schneeballsystem ersonnen. An erster Stelle steht natürlich die Geschäftsleitung, die auch den gesamten Reibach einstreicht. Die darunter stehende Kaste ist für die operative Führung zuständig und sie bestimmt auch die Produktentwicklung. Die unteren Kasten sind nicht fest angestellt und beziehen daher auch nur Gehalt, wenn sie genügend Tupperware an die Frau bringen.

Deshalb werben sie ahnungslose Hausfrauen an, befehlen ihnen ihre Männer vorübergehend hinaus zu werfen und tauchen dann mit einem Rudel vorher hypnotisierter Weiber auf, die die Käuferinnen spielen sollen. Entlohnt werden die Ausrichterinnen ausnahmslos mit vermeintlich wertvollen Tupperprodukten und kurioserweise sind diese damit vollauf zufrieden, denn ihre Sammlung vergrößert sich so immer weiter, ob man den Plastikkrempel nun braucht oder nicht.

Aber irgendwann einmal, dann ist Schluß mit lustig. Dann fliegt der ganze Plastikkrempel am Fenster heraus. Zumindest der, der sich nicht als Sammelbox für Schrauben oder sonstiges verwenden lässt.