Urlaub

Urlaub in Porec (4) – Abschied

Übermorgen heißt es dann Abschied nehmen, 14 Tage können schnell vorbei sein… Heute mittag bin ich aus Dubrovnik zurückgekehrt, wo ich meinen alten Kumpel Mirko und dessen Familie besucht habe. Montag früh 550 Kilometer hin, heute früh 550 Kilometer zurück. Da bekam die Diva wieder fleißig Meilen zu fressen. Ich weiß das Mirko hier mitliest, deshalb nochmal an dieser Stelle einen ganz herzlichen Dank für eure Gastfreundschaft! Ich habe mich sehr gefreut, euch nach 15 Jahren nochmal wiederzusehen und wenn man schon mal in der Nähe ist… :whistle: Oder um es mit deinen Worten zu sagen: „Welcher Idiot fährt schon 1100 Kilometer um einen alten Freund zu besuchen?“

Überhaupt hat es mir hier in Kroatien sehr gut gefallen. Ich habe mir vieles angesehen, war fast immer unterwegs. Das Wetter hat mitgespielt, zwar fielen auch abends mal ein paar Regentropfen oder der Himmel war mal bewölkt. Aber es war nie kalt, im Regelfall so um die 20°. Auch morgen sind nochmal 21 ° vorhergesagt und da ich ja am Freitag wieder fahre, werde ich den morgigen Tag dazu nutzen, nochn bisschen Sonne abzubekommen und den Popo zu schonen. Fotos habe ich auch einige gemacht, alles in allem so um die 400. Manchmal gab es schöne Motive im Minutentakt, da war ich dann aber zu faul um mit der Diva wieder anzuhalten. Einiges davon konntet ihr ja bei Instagram und Facebook schon sehen, dem Social Network sei Dank.

Morgen früh werde ich schon mal das gröbste wieder packen und morgen Abend habe ich dann meine Vermieterin und ein paar Leute aus der Nachbarschaft, die sich wirklich nett um mich gekümmert haben, zum Essen eingeladen. Wir grillen im Garten und ein paar Bierchen werde ich mir auch noch gönnen. Nur keinen Rachenputzer, schließlich muss ich Freitagmorgen wieder fahren. Wobei ich auf dieses selbst gebrannte Zeug auch locker verzichten kann, denn nach 10 Gläsern wirste blind. B-) Mein Freund Carlo wollte mir noch eine Flasche schenken, das konnte ich aber mit dem Hinweis das ein Motorrad kein LKW ist dankend ablehnen. Mit dem Feuerwasser im Koffer brennt mir nachher noch die Diva ab…

Außer Carlo habe ich noch viele andere nette Leute kennen gelernt. Abends war ich immer in netter Gesellschaft, wobei ich ja auch nicht gerade unter Kontaktarmut leide. Gelabert, getrunken, gegessen – so vergingen die meisten Abende wie im Flug. Apropos Essen, ich habe selten so gut im Urlaub gegessen wie hier in Porec. Bevorzugt natürlich Fisch und Meeresfrüchte aber ich habe mir auch Restaurants empfehlen lassen, wo es einheimische Gerichte gab und das ist nicht unbedingt nur Cevapcici und Grillteller. In keinem dieser Restaurants wurde ich enttäuscht und ich bin mal gespannt, ob am Freitag die schwarze Kuhhaut noch passt.

Am allerbesten hat mir gefallen, das es sowohl hier in Porec als auch in Dubrovnik, Novigrad, Umag, Funtana oder Rovenj jahreszeitlich bedingt nicht überlaufen war. Man bekam überall noch Platz, selbst in der Altstadt die in den Sommermonaten brechend voll sein soll, konnte man gemütlich spazieren gehen ohne angerempelt zu werden. Deshalb war die Entscheidung im Mai hierher zu fahren goldrichtig! Würde ich jederzeit wieder so machen. Vielleicht komme ich ja nochmal hierher nach Porec oder auch in einen anderen Ort, auf dem Merkzettel ist Kroatien auf jeden Fall dick markiert.

Jetzt freue ich mich aber auch wieder auf daheim. Eine Übernachtung in Ruhpolding ist ja diesmal eingeplant, um meinen Kumpel Beppi und dessen Frau Sarah zu besuchen. Wir haben eben noch telefoniert, Tisch fürs Abendessen und einen kleinen Umtrunk hat er schon bestellt. Samstag dann erstmal ausschlafen, frühstücken, verabschieden und so gegen Mittag werde ich dann wohl in Richtung Köln aufbrechen. Wo dann am Samstagabend schon wieder Wiedersehen in der Stammkneipe aufm Plan steht. Gott sei dank habe ich nächste Woche ja auch noch Urlaub…

Urlaub in Porec (3) – Carlo

Yamaha

Einen Tag nach meiner Ankunft habe ich beim Gang ins Städtchen Carlo kennengelernt.

Er hat mich auf einen Espresso eingeladen und wir haben ein wenig erzählt. Er ist seit kurzem Rentner, gebürtiger Italiener, lebt aber seit 20 Jahren hier in Porec. Er spricht naturgemäß italienisch, ausgezeichnet deutsch und soweit ich das beurteilen kann auch fließend kroatisch. Er sitzt quasi von früh bis spät in einem kleinen Cafe vor der Altstadt, schüttet Unmengen Espresso in sich hinein und jeder der vorbei kommt wird mit ein paar Worten bedacht. Mal nur ein Gruß, mal etwas ausgiebiger. Doch offensichtlich ist er auch ziemlich bekannt, denn fast jeder nennt ihn beim Namen.

Gestern spätnachmittags, nach meinem Tagesausflug nach Pula, habe ich mich wieder zu ihm gesellt und mich für die Einladung letzte Woche revanchiert. Und dann begann er zu erzählen… Er kann wirklich so erzählen, das es für seinen jeweiligen Gesprächspartner nicht unangenehm wird. Will heißen, er labert dir keine Frikadelle ans Ohr. Scheinbar hatte er schon eine ganze Hand voll verschiedener Berufe, wie ich während unseres Gesprächs erfuhr. Schuhmacher hat er mal gelernt, Maurer war er und 11 Jahre zur See gefahren ist er unter anderem auch. Unterbrochen wurden seine interessanten Erzählungen übrigens nur, wenn jemand vorbei kam und er wieder einen Gruß loswerden wollte.

Ruckzuck waren gestern plötzlich fast 3 Stunden vorbei. Wäre mir fast nicht aufgefallen wenn es nicht langsam dunkel geworden wäre. Während dieser 3 Stunden hat Carlo mindestens 10 doppelte Espressi schnabuliert und ich kann euch sagen: Die sind hier nicht ohne! Ich trinke ja selbst gerne und viel meist starken Kaffee aber bei den Mengen Espresso hätte ich wahrscheinlich Herzklabaster bekommen. Der Mann muss eine Pumpe haben wie ein Stier. Aber scheinbar macht es ihm überhaupt nichts aus denn…

…als ich eben mal wieder Richtung Altstadt spazierte, da saß er mit zwei anderen schon wieder da und hatte ein Tässchen an den Lippen. Und natürlich wurde auch ich mit einem freundlichen „Dobar dan Hans, alles gut bei dir?“ begrüßt. Der Carlo, das ist ne Marke, den musste ich doch jetzt auch mal hier verewigen…

Urlaub in Porec (2)

Die ersten 5 Tage sind herum und die Zeit vergeht wie im Flug. Einige dieser teils wirklich wunderschönen Küstenstädtchen habe ich mir schon angesehen und auch die ein oder andere Landschaft in der näheren Umgebung. Da passierte es auch mehrmals, das die Diva mächtig ans hüpfen kam. Denn auf den Straßen hier könnte man wunderschön Kurven räubern, wenn man nicht immer auch im Hinterkopf behalten müsste, das entweder in oder nach einer Kurve ein Schlagloch lauert. Oder das die Baukolonne beim teeren hochgradig besoffen war, anders sind diese mistigen Wellen im Straßenbelag wohl nicht zu erklären. Und da kommt Freude auf, wenn die alte Diva auf einmal galoppiert wie ein junges Pony…

Was mir sehr gut gefällt ist die Tatsache, daß es hier – jahreszeitlich bedingt – touristisch nicht so überlaufen ist. Mal hier ein paar Schweizer, mal dort ein paar Italiener. Zu meinem abendlichen „Stammlokal“ muss ich nur knapp 150 Meter die Straße runter. Schönen Blick aufs Meer, Bierchen schmeckt, gequarzt werden darf auch und da das noch jüngere Personal im Moment nicht gerade in Arbeit ertrinkt, wurde gestern Abend um halb 10 zum Beispiel kurzerhand der Grill nochmal angefeuert. Dragan, dem Eigetümer, gelüstete es nach fleischigem und so saßen wir bis halb 1 noch dort in gemütlicher Runde und einem kroatisch-englisch-deutschen Sprachenmischmasch und haben gelabert, gefuttert und den ein oder anderen einheimischen Rachenputzer genossen. Hat mir sehr gefallen, dürfte in der Hauptsaison aber quasi unmöglich sein…

Aber genau das ist der Grund, weshalb ich so früh hier bin. Da haben die Leute auch mal Zeit für ein Schwätzchen. Die unmittelbare Nachbarschaft der Vermieterin zum Beispiel bewacht meine Diva wie ihren Augapfel und wenn ich nicht gerade wieder unterwegs bin, wird gleich nachgefragt ob alles im Lot ist. Alles sehr freundliche Leute, mit denen man zumeist sogar deutsch sprechen kann. Andreja, die Nachbarin von gegenüber, bringt mir morgens Brötchen vorbei und ist immer noch fassungslos, das ich die ganze Tour hier herunter nach Porec mit der Diva gefahren bin. Noch gestern früh erkundigte sie sich: „Popo gut, Hans?“

Die Temperaturen sind angenehm, mal ein paar Wolken am Himmel, abends benötigt man aber ein Jäckchen. Das Foto hier unten entstand heute früh um ca. halb 8. Braun werde ich hier sowieso nicht, denn tagsüber bin ich fast ausschließlich mit der Diva unterwegs und unter Helm und Lederjacke hat Sonne keine Chance. Aber ich bin noch nie in Urlaub gefahren damit ich nach 14 Tagen maximalpigmentiert bin, ich möchte hier etwas sehen. Und dafür ist jetzt im Mai der richtige Zeitpunkt, nirgendwo wegen Überfüllung geschlossen und möchte man mal ein Foto machen, hampeln einem keine 50 Leute vor der Nase herum. Sehr angenehm…

Porec am Morgen

Am Samstag geht’s ca. 100 Kilometer nach Rijeka, unter anderem auf die ehemalige Motorrad-GP-Strecke. Vormittags darf die Strecke 3 Stunden benutzt werden, nachmittags steht ein Oldtimerrennen an. Da freue ich mich schon drauf, mal etwas anderes als immer Nürburgring oder Spa/Franchorchamps. Den Grenzbereich werde ich der Diva aber nicht zumuten, schließlich möchte ich wieder nach Hause und nicht in irgendeinem kroatischen Brombeerbusch enden. Aber so ein bisschen schnell geht schon, sonst könnte ich ja auch gleich mit einem Autobus fahren … :whistle:

Am Montag ist dann nochmal Sitzfleisch gefragt, denn da gehts morgens um 5 Uhr nach Dubrovnik, Freunde besuchen steht aufm Plan. Auch wenn mich die Küstenstraßen reizen, ich werde die Autobahn nutzen. So zwischen 10 und 11 Uhr will ich da sein, knapp 600 Kilometer sind zu fahren. Mittwochmittag geht’s dann zurück nach Porec und nächsten Freitag schon wieder nach Hause. Allerdings nicht wie auf der Hinfahrt Nonstop, sondern nur 500 Kilometer nach Ruhpolding. Dort steht auch nochn Freundschaftsbesuch an. Geplant ist erstmal nur eine Übernachtung, wenns Wetter mitspielt vielleicht etwas länger. Ich hab ja noch Urlaub bis zum 2. Juni… B-)

Wo ich mich aktuell so herumtreibe, bekommen die meisten ja bei Facebook und Instagram mit. Herzlichen Dank auch für eure positiven Kommentare und Wünsche, auch wenn ich nicht alles einzeln beantworte, ich lese alles. So, das war es dann, jetzt hab ich wieder Urlaub!