Versteigerung

Die teuersten Motorräder der Welt – Crocker „Small Tank“ Twin 1937

Die Gesamtzahl der Maschinen die von dem Amerikaner Al Crocker gebaut wurden ist nicht mit Sicherheit bekannt, es wird allgemein das es sich um insgesamt 200 Maschinen handelt. Die Hälfte davon waren V-Twins, die sowohl als Rennmaschinen als auch als Straßenmaschine genutzt wurden. Die niedrigen Produktionszahlen hängen auch mit den Kriegsjahren zusammen, als Zubehör nur schwer erhältlich war, da die Kriegsindustrie Vorrang hat. Deshalb sind auch nicht alle Maschinen gleich die von Crocker gefertigt wurden, da man oft auch Kundenwünsche berücksichtigten musste.

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Durch die niedrige Stückzahl und die unterschiedliche Fertigung ist quasi jede noch lebende Crocker sehr begehrt. Eine von drei äußerst seltenen und deshalb auch sehr wertvollen Crocker Motorrädern wurde im Jahr 2012 von einem privaten Sammler aus Europa angeboten. Die „Small Tank“ erhielt ihren Namen wegen ihres 2,5 Gallonen Tanks, ein baugleiches Pedant, die „Big Tank“, hatte einen 4 Gallonen fassenden Tank. Die Eckdaten: 1000 ccm Hubraum, 55-60 PS, ca. 160 km/h. Die „Small Tank“ auf dem Foto wurde für 302.000 US-Dollar versteigert.

Die teuersten Motorräder der Welt – Harley-Davidson Strap Tank 1908

Diese Maschine war der Startschuß zum Erfolg, den die Jugendfreunde Bill Harley und Arthur Davidson mit ihren Motorrädern hatten. Auch heute noch ist die Marke Harley-Davidson etwas exklusives. Nach einem Prototypen aus dem Jahr 1904 war die „Strap Tank Single“ die erste Maschine der Freunde die im Jahr 1907 in Serie ging. Zugegeben, die Strap Tank erinnert aus heutiger Sicht eher an ein Mofa oder Moped, hat dafür aber auch schon über 100 Jahre auf dem Buckel.

Der Motor der Maschine sollte ausreichend stark sein, um auch das hügelige Gelände rings um die Stadt Milwaukee „bezwingen“ zu können. Dazu war ein stabiler Rahmen und ein möglichst tief sitzender Motor nötig und beides wurde in der Strap Tank umgesetzt. Der Motor produzierte aus ca. 440 ccm immerhin 4 PS. Die ersten Modelle wurden im Jahr 1907 in einem alten Holzschuppen gefertigt, schon ein Jahr später musste man angesichts der Nachfrage diesen Schuppen zweimal erweitern.

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Im Jahr 1908 wurden 450 Maschinen hergestellt und zu einem Preis von 210 $ verkauft. Die Maschine auf dem Foto ist ein 100%iger Nachbau, lediglich der Motor war erhalten und konnte überholt werden. Die Maschine ist so original restauriert, dass sie im Jahr 2004 vom Antique Motorcycle Club of America (Amca) mit 99,75 Punkten von 100 möglichen bewertet wurde. Und die Strap Tank war einem Sammler im Jahr 2006 immerhin umgerechnet 255.000 Euro wert.

Von der Strap Tank existieren auch noch unrestaurierte Original-Maschinen. Eine davon, bei AMCA mit 84,50 Punkten bewertet, wurde in diesem Monat zur Versteigerung freigegeben und soll einen Preis zwischen umgerechnet 600.000 und 750.000 Euro erzielen.

Die teuersten Motorräder der Welt – 1939 Vincent HRD Serie A Rapide

Eine sehr seltenes Schätzchen ist die Vincent HRD Serie A Rapide. Von dem V-Twin wurden in den Jahren 1936-39 gerade einmal 78 Maschinen hergestellt, wovon bis zum heutigen Tag noch 65 Motorräder „überlebten“ und zu den Schmuckstücken in den entsprechenden Sammlungen gehören. Die hier dargestellte Vincent ist nach ihrer Rahmennummer die vorletzte gefertigte Maschine. Der Sammler Harry Lloyd hatte sie seit 1959 als voll alltagstaugliches Motorrad in Besitz und benutzte sie auch zu diversen Ausflügen auf der britischen Insel.

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Später lagerte Lloyd die Vincent in der Garage eines Freundes und als die beiden eines Tages Streit bekamen, wurde die Maschine kurzerhand im Schlafzimmer des Eigentümers deponiert. Und das für 15 Jahre… Im Jahr 2007 beschloß Lloyd die Vincent restaurieren zu lassen, erlebte ihre Fertigstellung aber nicht mehr. Der Familienrat einigte sich nach seinem Tod die Maschine, die mittlerweile über 50 Jahre in Familienbesitz war, zu verkaufen.

Wegen der Vielzahl von externen Ölleitungen bekam die Maschine auch den wenig schmeichelhaften Beinamen „Klempners Albtraum“ verpasst. Die Vincent hat 998 Kubikzentimeter Hubraum und leistet etwa 45 PS bei knapp 5500 Umdrehungen. Der gefederte Rahmen wurde neu entwickelt, ebenso das Vierganggetriebe der Fa. Burman. Die Leistung der Maschine reichte für knackige 110 Meilen, knapp 180 km/h. Im April soll die Vincent versteigert werden und man erwartet einen Erlös von 300-350.000 Euro.