Wahlkampf

Was erlaubt sich der Herr Erdogan?

nurmalso

Das der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan ein Freund starker Sprüche ist, dürfte wohl auch politisch eher uninteressierten schon aufgefallen sein. Seine Anschuldigungen gegen die EU und speziell gegen Deutschland haben schon etwas absurdes an sich, die Absagen diverser „Wahlkampfveranstaltungen“ hier bei uns dürften seine persönliche Eitelkeit bis ins Mark getroffen haben.

Doch wer der EU Scheinheiligkeit und Rassismus und Deutschland Nazi-Praktiken vorwirft, dessen Volksvertreter haben hier auch nichts verloren. Weder türkische Minister und erst recht Präsident Erdogan selbst sollten in Deutschland Reden halten dürfen. Seine absurden Anschuldigungen scheinen kalkuliert, damit er die aufgeladene Atmosphäre zu anderen Ländern als Zustimmung für sein geplantes Präsidialsystem nutzen kann.

Doch in meinen Augen führt gerade dieses geplante System die Türkei geradewegs in eine Diktatur. Jetzt schon wird quasi jeder verhaftet der gegen ihn ist. Lehrer und Professoren werden suspendiert, kritische Journalisten wandern ins Gefängnis. Die Europäische Gemeinschaft sollte sich nicht weiterhin für dumm verkaufen lassen und die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei rigoros und ein für allemal beenden.

Statt dessen doht dieser Nachwuchs-Diktatur unverhohlen wie es ihm passt damit, weiterhin Flüchtlinge in Richtung Europa durchzulassen. Doch diese Flüchtlinge sind für mich viel angenehmer als so ein türkischer Troll, der hier die Regeln bestimmen möchte. Diese Sprache der Diplomatie die Außenminister Gabriel gestern noch anwendete, ist in meinen Augen nicht mehr zeitgemäß.

Sagt diesem Mann klipp und klar, das er seinen Wahlkampf daheim in der Türkei veranstalten soll, aber bitte nicht bei uns. Sagt ihm klipp und klar, das sie hier nicht willkommen sind. Ich will weder türkischen Wahlkampf noch den Wahlkampf eines anderen Landes auf deutschem Boden. Türkische hier lebende Anhänger von Erdogan können gerne nach Hause fahren und sich dort informieren.

Und nein, ich bin weder Rassist noch Nazi. Mir geht nur fürchterlich auf den Sack, was dieser türkische Großwesir sich alles herausnehmen darf und unsere Bundesregierung selbst zu den Nazi-Beschimpfungen schweigt. Der Höhepunkt der Unverschämtheiten folgte dann noch gestern Abend. Da teilte Erdogan mit, dass er selbst nach Deutschland kommen wolle und wenn man ihn nicht einreisen und sprechen lassen würde, dann werde er einen Aufstand machen.

Wann stoppt endlich jemand dieses trotzige Kind, das scheinbar seinen Willen um jeden Preis durchsetzen will? Oder will man sich etwa noch weiterhin provozieren und erpressen lassen? Hat unsere Regierung wirklich keinen Arsch in der Hose?

Clinton oder Trump – Ein paar Gedanken zu den amerikanischen Präsidentschaftskandidaten

nurmalso

Wenn ich morgens in den Feedreader schaue, kommen ja fast täglich wieder Boshaftigkeiten aus dem amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf angeflattert.

Meistens ist der Urheber dieser Boshaftigkeiten Donald Trump, doch auch seine Konkurrentin Hillary Clinton kann austeilen, wovon ich mich am frühen Montagmorgen selbst überzeugt habe. Da habe ich mir nämlich dieses zweite Fernsehduell der beiden angesehen, zumindest die letzte Stunde. Und ich muss ehrlich sagen, dass diese beiden dem Amt des amerikanischen Präsidenten, der ja landläufig als mächtigste Person der Welt angesehen wird, eher schaden als nutzen.

Für mich ist dieser ganze Wahlkampf schon mehr eine Lachnummer, wenn es nicht so traurig wäre. Man stelle sich vor, dieser Prolet Trump würde wirklich zum amerikanischen Präsidenten gewählt, dann wäre die Welt wahrscheinlich nicht mehr weit von einem dritten Weltkrieg entfernt. Denn Diplomatie liegt ihm sicherlich noch weniger als (s)eine kunstvolle Frisur. Und ich möchte mir wirklich nicht vorstellen, so einen Typen womöglich Entscheidungen treffen lassen zu müssen, die eventuell nicht nur die Vereinigten Staaten betreffen.

Auch Frau Clinton, die ich zwar als politisch sehr erfahren, jedoch auch nicht gerade eine Idealbesetzung einschätze, dürfte es im Falle einer Wahl nicht gerade leicht haben im Amt. Denn einige ihrer vielleicht zukünftigen Minister, Berater und hundertprozentig die militärischen Oberbefehlshaber dürften nicht erfreut sein, dann eine Frau als oberste Chefin respektieren zu müssen. Das hört sich jetzt sicher chauvinistisch an, dürfte aber sicher bei einigen zutreffen.

Zwar gibt es auch in den USA die Gleichberechtigung doch wie die Amis gestrickt sind sieht man schon daran, dass selbst der Schwächeanfall von Frau Clinton umfassend medial ausgeschlachtet wurde und natürlich stellte Widersacher Trump gleich öffentlich in Frage, ob Clinton angesichts dieses krankheitsbedingten Mißgeschicks überhaupt für das Amt geeignet sei. Wobei in diesem Wahlkampf sowieso nicht gerade zart miteinander umgegangen wird.

Hörte man bei Amtsinhaber Obama gegen dessen Gegenkandidaten McCain im Jahr 2008 kaum bis überhaupt nichts böses, mutiert dieser Wahlkampf 2016 wohl zur schlimmsten Schlammschlacht der Geschichte. Woran natürlich Trump am meisten Schuld trägt, der scheinbar lieber mit Stammtischsprüchen glänzt als mit wirklichen Argumenten. Und „seine“ Republikanische Partei sollte sich wirklich einmal fragen, ob man nicht lieber einen anderen Kandidaten ausgiebig unterstützt hätte, damit einem diese Scharmützel erspart geblieben wären.

Und man kann nur hoffen dass die Amerikaner noch so viel Grips in der Birne haben, um das kleinere Übel an die Macht zu bringen und ihr Land nicht vollkommen lächerlich in der Welt zu machen. Warten wir ab, wer im nächsten Jahr als Präsident(in) der USA vereidigt wird…