Weihnachtsmarkt

Überall quietschevoll und manche parken wie die Hirntoten

reisszwecken

Der Mensch an sich ist ja bequem.

Und genau deshalb habe ich auch eine Ausnahmegenehmigung im Auto, um bundesweit auch in Fußgängerzonen, Halteverboten etc. parken zu dürfen. Denn dies erspart nicht nur so manchen Fußweg und einige Zeit, die ja bekanntlich Geld ist, sondern auch einen schönen Batzen an Parkgebühren. Denn wenn man zum Beispiel mal hochrechnet, das mich alleine in der vergangenen Woche eine Stunde parken 4 €uro gekostet hat, dann habe ich alleine an diesem Tag schon knapp 30 €uro nicht zahlen müssen.

Und der Preis für die Jahresgenehmigung ist auf jeden Fall allemal günstiger als ewig nur Parkgebühren berappen zu müssen. Um diese Jahreszeit wird das parken allerdings vermehrt erschwert, da in fast jeder Stadt ein mehr oder weniger größerer Weihnachtsmarkt genau da aufgebaut ist, wo ich hin muss. Nicht dass ich mich über die Lauferei beschwere, aber auch in den Parkhäusern und sonstigen Parkplätzen der Umgebung ist dann Hochbetrieb angesagt. Weil scheinbar alle Rentner Ausgang haben und eben diese Weihnachtsmärkte bevölkern.

Und natürlich fährt man mit dem Auto zum Weihnachtsmarkt. Denn schließlich wiegen die 2 neuen Kerzen die Mutti sich am Kerzenstand gegönnt hat, doch schon einiges. Und auch das neue paar Häkelsocken, dass Mutti für Vati ausgesucht hat, möchte man ja nicht mit durch öffentliche Verkehrsmittel schleppen müssen. Dann doch lieber mit dem Auto in die Stadt und der arbeitenden Bevölkerung die Parkplätze weghamstern.

Und dem nächsten Halbtoten, der mit seiner Scheißkarre wieder mal zwei Parkplätze in Anspruch nimmt, weil er entweder zu blöd zum einparken ist oder weil er den Kran neben der Beifahrertür postieren muss der Mutti aus dem Auto hievt, dem trete ich persönlich ein Dreieck ins Blech.

How, ich habe gesprochen!

Männer und der Weihnachtseinkauf

weihnachten

Einige tun es früher, die anderen später. Manche nie. Zu denen gehöre ich…

Zumindest wir Kronen der Schöpfung zögern den Weihnachtseinkauf meist bis zum Heiligabend hinaus, um dann für die liebe Familie, Verwandte und Freunde ein weiteres, nutzloses Geschenk käuflich zu erwerben. Schließlich ist Weihnachten und wer sich aus Gründen der Datensicherheit nicht dazu durchringen kann irgendetwas nutzloses im Internet zu bestellen, der muss Wohl oder Übel Durchhaltevermögen zeigen und sich durch die Geschäfte quälen.

In den meisten Fällen beginnt bei uns Männern der Weihnachtseinkauf nicht mit dem Betreten eines Geschäfts oder eines Einkaufstempels, sondern wird vorher gedanklich durchgespielt. Will heißen, wir Opfer der kommerzialisierten Weihnacht müssen uns erst einmal wochenlang überwinden, um überhaupt das Haus oder die heimische Kemenate zu verlassen.

Unerfahrene Geschenkejäger machen sich noch wenige Gedanken, die ersten psychischen Störungen treten oft erst später auf. Bei erfahreneren Einkaufsveteranen jedoch ruft der Gedanke an den Weihnachtseinkauf schlimme Assoziationen hervor, etwa Bilder von abgetrennten Gliedmaßen derer, welche im Vorjahr dem Getümmel am Wühltisch nicht entkommen sind. Deshalb fühlt sich der geneigte Weihnachtsabenteurer oft erst am 24. Dezember in soweit halbwegs psychisch gefestigt, um den Gang oder die Fahrt in die Stadt zu wagen.

In manchen Fällen ist es – und ich spreche da mit der Erfahrung früherer Jahre – sehr hilfreich, sich einen Spickzettel anzulegen. Denn wir Kronen der Schöpfung haben nur in den seltensten Fällen auch ein Bild davon, was wir überhaupt kaufen möchten. Der Inhalt dieses Spickzettels ist eigentlich nicht wichtig, wichtig ist einzig und alleine, dass man diese seelische Stütze hat. Bei mir stand zum Beispiel oft folgendes:

    Frau: Schmuck
    Kind 1: Spielzeug
    Kind 2: Spielzeug
    Patenkind 1: Spielzeug
    Patenkind 2: Spielzeug
    Schwiegermutter: Rute verstärken…

Diese einfachen Gedankenstützen haben mir früher wertvolle Dienste geleistet. Und betritt Mann dann mit halbwegs guter Laune das entsprechende Einkaufszentrum oder einen sonstigen Einkaufstempel wird er mit 99%iger Sicherheit feststellen, dass er gerade das Tor zur Hölle durchschritten hat. Die Laune fällt schlagartig von gut auf nicht mehr so toll, sobald er die drängenden Menschenmassen sieht.

Sofort schießen dem Mann tausende Gedanken durch den Kopf. „Was ist eigentlich Weihnachten?“, „Wo bin ich überhaupt und wo will ich hin?“ und „Was wollte ich nochmal hier?“ sind nur die wichtigsten bevor eine schon etwas ältere Dämlichkeit ihm den Weg versperrt. „Mach Platz, du Trulla!“ denkt er sich und ändert die eingeschlagene Richtung. Die ersten 2 Minuten in dieser Hölle sind überlebt und da erblickt er einen Erfrischungsstand. „Oh, hier gibt es sogar Bier“ denkt er sich bevor er sich an der Theke niederlässt, um einmal kurz zu verschnaufen.

4 Stunden später ist es immer noch nicht entscheidend leerer geworden aber solange der Wirt des Erfrischungsstandes noch genügend Nachschub hat besteht auch keine Veranlassung, sich vorschnell ins Getümmel zu werfen. „Was wollte ich nochmal hier?“ denkt Mann nach dem 15ten Kölsch, verwirft diesen Gedanken aber schnell wieder. Um 17 Uhr unterbricht plötzlich eine laute Glocke die gemütliche Knobelrunde, die sich in den letzten 3 Stunden formiert hat.

„Verehrte Gäste, wir schließen in wenigen Minuten. Wir bitten sie, jetzt das Center zu verlassen. Wir wünschen ihnen ein gesegnetes Weihnachtsfest.“ erklingt es aus den Lautsprechern. „Oh“ denkt Mann, „schon Feierabend?“ bestellt noch eine letzte Runde. Um dann fröhlich uns bester Laune in die Knobelrunde zu prosten. „Weihnachten ist eigentlich gar nicht so schlimm“ denkt Mann sich, bevor er etwas wankend aber trotzdem zielsicher in Richtung Eingangstür steuert.

„Weshalb bin ich eigentlich in die Stadt gefahren?“ ist sein letzter Gedanke als der Bus losfährt und er mit einem Lächeln einschläft…

Bald öffnen wieder die Weihnachtsmärkte

weihnachten

Eigentlich ist es spaßig. Da werden bei Temperaturen um die 20° die Buden für die regionalen  Weihnachtsmärkte zusammen gezimmert und dem ausführenden Personal fließt der Schweiß zwischen  den Arschbacken zusammen.  Dem Herrn Gott sei Dank ist für das kommende Wochenende ein Wetterumschwung vorher gesagt, sogar mit Schneefall. Bei weiterhin frühlingshaften Temperaturen wäre wahrscheinlich auch die Eisfläche auf dem Marktplatz in Erding arg gefährdet.

Ein Weihnachtsmarkt ist genau genommen eine winterliche Ansammlung von Verkaufs- und Freßbuden – zumeist aus Holz –  in denen allerlei weihnachtlicher Nippes, Süßigkeiten und zum Glück auch Alkohol verkauft werden. Ein Eldorado für Schnapsnasen und Zucker-Junkies, wobei der Alkohol ganz klar eine Schlüsselrolle einnimmt. Denn nüchtern hält es kein Mensch der Welt lange auf einem Weihnachtsmarkt aus.

Mancher Weihnachtsmarkt gleicht mit seinen Glühweinständen eher einer Alkoholiker-Anlockstation, denn natürlich muss der Absatz an Hochprozentigem immer gewährleistet sein. Da Weihnachtsmärkte naturgemäß nur sehr spärlich beleuchtet sind, wird an allen Ecken Glühwein ausgeschenkt. Es soll sogar Menschen geben, die außer dem von ihnen favorisierten Glühweinstand noch nie einen anderen Stand gesehen, geschweige denn besucht haben.

Der Glühwein, diese alkoholische Spezialität die eigentlich zum Großteil aus Wein bestehen soll, hat ihren Namen von der in geringen Mengen enthaltenen Substanz Glühkol Glykol. Ein Stoff der im Dunkeln phosphoreszierend wirkt was wiederum den praktischen Vorteil hat, dass man nach ausreichendem Glühweingenuß das Gefühl verspürt, der Weihnachtsmarkt würde tatsächlich heller. Erwiesen ist dies noch nicht, sicher ist es jedoch, dass es einem durch Glühwein angeheiterten Besucher ziemlich egal ist, ob er nun im Dunklen oder im Hellen auf die Schnauze fällt.

Natürlich gibt es auf einem Weihnachtsmarkt auch etwas zu essen. Das Angebot reicht von Bratwurst über Reibekuchen bis zu fettigen Fischbrötchen. Alles sehr ungesund aber durchaus lecker, wobei einem spätestens nach dem fünften Glühwein sowieso egal ist ob es schmeckt, da zählt nur noch die reine Nahrungsaufnahme. Und einen Tipp für Glühwein-Junkies habe ich natürlich auch noch zum Schluß.

Niemals, wirklich niemals, sollte man nach einer kampferprobten Glühwein-Vernichtungsaktion Bienenwachskerzen als Nahrungsersatz nutzen. Sie sind nämlich weder süß noch lecker und schmecken einfach nur bäääh…