Yamaha

Mit den Ballermännern nach Luxemburg – #Divatours

Manchmal fahre ich alleine, meist aber zu dritt oder zu viert.

Genau genommen sind es zwei Gruppen. Unsere Vierergruppe pflegt einen eher gemächlichen Fahrstil. Das ist auch dem Umstand geschuldet, das dort 2 Knaben mitfahren, die teilweise berufsbedingt nicht so sehr häufig auf zwei motorisierten Rädern unterwegs sind. Altersmäßig bin ich dort knapp der älteste und da ich die meisten Kilometer abreiße, spiele ich in dieser Gruppe meist den Lumpensammler. Heißt, ich fahre als Letzter und passe mich dem Fahrstil der weniger erfahrenen an. Klappt super, auch wenn es manchmal in der Gashand juckt…

Unsere zweite Gruppe besteht außer mir noch aus H. und T. – T. ist 64, fährt eine 1000er Yamaha mit 137 PS und fuhr früher mal recht erfolgreich Bergrennen. H. ist schon stolze 72 Jahre alt, pilotiert eine Yamaha FJR 1300 mit 147 PS und war im Berufsleben Ausbilder/Fahrlehrer für eine Kradstaffel der Polizei. Die beiden hab ich irgendwann einmal auf einer Tour kennen gelernt und wie das eben so ist, man quatscht ein bisschen, trinkt ein Käffchen zusammen und fährt zusammen weiter. Abends werden Telefonnummern ausgetauscht und seitdem sind wir oft zusammen unterwegs.

Ich bilde mir ja ein schon keinen schlechten Stiefel zu fahren. Will heißen, da wo es erlaubt ist darf es dann schon mal etwas schneller sein als erlaubt. Auch meine Fußrasten sind schon lange nicht mehr jungfräulich und haben öfter mal Bodenkontakt. Naja, das gehört beim Mopedfahren eben dazu, ist ja auch kein Krankenfahrstuhl. Auch wenn ich wie gestern mit den beiden unterwegs bin, fahre ich meist als Letzter. Allerdings passe ich dann meinen Fahrstil nicht an sondern muss aufpassen, das ich nicht den Anschluss verliere. Denn die beiden geben ordentlich Knallgas, meine beiden Ballermänner…

Gut, wegen des ehemaligen Hobbys bzw. Berufs ist es wenig verwunderlich, das die beiden ihre Maschinen absolut im Griff haben und auch sehr sicher fahren. Waghalsige Überholmanöver gibt es bei uns nicht, es wird nur überholt, wenn für alle drei keine Gefahr besteht und auch eventuell entgegen kommende nicht gefährdet werden können. In Ortschaften wird selbstverständlich nicht schneller gefahren als erlaubt aber wenn die Straßen frei sind, dann gibts Gummi. Gestern zum Beispiel ging es in der Eifel nahe der belgischen Grenze hurtig her, schöne Kurven, links und rechts Wald und wenig Verkehr. Und der Tacho bewegte sich immer munter zwischen 150 und 170 km/h.

Vor mir hörte ich es einige Male kratzen und es war mir eine wahre Wonne, hinter diesen beiden alten Säcken – ich bin ja das Küken B-) – her zu jagen und zu beobachten, das die beiden noch absolut nichts verlernt haben. Ich weiß, für Moralapostel und Verkehrsexperten ist das jetzt natürlich Butter aufm Brot aber wir alten Männer stehen dazu, das wir auch gerne mal schneller als erlaubt fahren. Wobei ich mich nach mancher Tour mit den beiden abends wundere, das ich noch einen Führerschein besitze… :whistle:

Gestern wäre es fast so weit gewesen. Wir fuhren eine kurvige Strecke so zwischen 100 und 120 km/h, H. an der Spitze, dahinter T. und ich als dritter und seit geraumer Zeit hatte sich nochn Moped hinter uns geklemmt. Es folgte eine Ortschaft, vor der wir wieder ordnungsgemäß abbremsten, an der Ortsausfahrt folgte ein Kreisverkehr, freie Straße und Gummi. Als das Moped hinter mir uns dann überholte, hab ich mir noch nichts gedacht. Erst als der Kamerad dann vor uns abbremste und uns auf einen Parkplatz lotste, da dämmerte es: Ups…

H. streckte dem sehr freundlichen Herrn auf dessen Verlangen seinen Personalausweis und Führerschein entgegen, als der ihn dann fragte: „Sind sie wirklich 1948 geboren?“ H. setzte seinen Helm ab und fragte: „Wieso, sehe ich jünger aus?“ Der Herr Zivilsheriff grinste und meinte dann zu uns: „Naja, sie drei wissen aber schon, das sie ganz nett zügig unterwegs waren?“ T. erwiderte: Vor Ortschaften haben wir aber immer abgebremst, das haben sie ja sicher mitbekommen?“ „Jaja, hab ich gesehen…“

Ich rechnete insgeheim schon mit dem schlimmsten, obwohl unsere Papiere noch gar nicht kontrolliert worden waren. Wir hatten in der Zwischenzeit auch die Helme abgelegt als der Herr Zivilsheriff H. seine Papiere reichte, uns ansah und sagte: „Meine Herren, ich bin ja eine Weile hinter ihnen gefahren und hatte nicht das Gefühl, das sie erst seit gestern fahren. Allerdings sollten sie in ihrem Alter doch eher Vorbild sein und in Zukunft nicht schneller fahren als erlaubt. Angesichts ihres Alters, Herr W., belasse ich es heute ausnahmsweise mal bei einer Verwarnung. Das gilt auch für sie beide, sehen sie es als gelbe Karte an“ und sah. T. und mich dabei an.

Schwein gehabt. Die nächsten ca. 20 Kilometer fuhr H. an der Spitze dann auch weniger zügig, bevor es wieder fast unmerklich etwas schneller abging. Aber nur etwas, schließlich soll man das Schicksal nicht herausfordern. Als Ersatz gabs dafür dann noch gute 25 Kilometer Autobahn ohne Geschwindigkeitsbegrenzung, bei der dann nochmal am Hebelchen gezogen werden konnte/durfte. Als wir dann vor der Haustür bei H. in Euskirchen noch ein Zigarettchen geraucht haben, haben wir nochmal über die Aktion mit der Zivilstreife geredet.

Als H. uns dann angrinste und in seinem Voreifeler Dialekt resümierte: „Wenn mer richtisch jefahre wöhre, hätt der Blöh uns janit enjefange“ – Wenn wir richtig gefahren wären, dann hätte der Polizist uns niemals eingefangen. Wohlgemerkt, pensionierter Polizei-Fahrlehrer… Meine zwei Ballermänner, sie werden sich nicht mehr ändern… Aber Spaß machts mit den beiden!

Basteltag an der Diva

Das heutige bescheidene Wetter werde ich mal ausnutzen und etwas Zeit in der Garage verbringen. Denn an der Diva muss noch ein bisschen geschraubt werden. Nix wildes, eigentlich nur ein paar Sachen austauschen. Zuerst einmal ist ein neues Ladekabel fürs Smartphone fällig. Das hat nach 2 Jahren den Geist aufgegeben, wahrscheinlich am Stecker gebrochen. Also habe ich mir in dieser Woche etwas neues organisiert, 1,5 Meter lang. Denn die USB-Steckdose habe ich unter der Sitzbank montiert und das neue Kabel wird wie das alte auch am Rahmen unter dem Tank hergeführt. Also Tank abbauen, Kabel verlegen, mit Kabelbindern befestigen, Tank wieder montieren und fertig.

Die zweite Baustelle betrifft die Hupe des alten Mädchens. Nicht nur Yamaha verbaut Hupen, die eigentlich den Namen nicht verdienen. Jede Fahrradklingel ist da lauter… Gut, die Hupe benötige ich eigentlich äußerst selten, allerdings hat das Originalteil nun endgültig den Geist aufgegeben. Ich vermute mal Feuchtigkeit, jedenfalls ist dem Ding kein Ton mehr zu entlocken. Ausgesucht hab ich mir ein einfaches Modell von Hella und ich hoffe, das es wenn es denn mal benötigt werden sollte, zumindest auch einen hörbaren Ton produziert.

Wenn es dann wettermäßig heute noch passen sollte, bekommt die Diva auch nochn Schaumbad. Da hängen nämlich noch einige Kilo Geflügel an der Verkleidung. Ich bin dann mal weg…

Die voraussichtlich letzte Tour für 2019

Diva

Wenn mich heute nicht noch der Teufel reitet, dann war das gestern die letzte Tour mit der Diva. Für dieses Jahr. Zugegeben, gestern morgen war es hier bei uns mit 2° noch etwas schattig, doch kalt gilt nicht – nur falsche Kleidung. Also in die Thermo-Unterwäsche gehüpft, ein Höschen und ein Jäckchen drüber und ab gings mit der alten Dame ins Bergische Land.

Bei Sonnenschein und fast wolkenlosem blauem Himmel konnte man fast vergessen, das es im Bergischen noch ein wenig schattiger war. Ein Thermometer an einer Apotheke in Kürten zeigte -2° an. Konnte ungefähr hinkommen, denn die Wiesen waren noch mit einer dünnen Eisschicht überzogen, ebenso wie einige Angelteiche auf dem Weg.

Hat trotzdem tierisch Laune gemacht, auch wenn es in einigen Kurven wo die Sonne nicht hin kam teilweise etwas rutschig war. Also mal den Gasgriff etwas dosiert, schließlich war ich nicht auf der Flucht. In Wipperfürth während einer kleinen Zigarettenpause lernte ich denn noch Klaus und Jochen kennen, beide in meinem Alter, beide mit großen Reiseenduros. Mit den beiden bin ich dann kreuz und quer gefahren.

Die jüngeren Schönwetterfahrer hatten gestern offensichtlich Angst das ihnen die Kronjuwelen wegfrieren würden, denn die beiden waren die einzigen, die mir während der 180 Kilometer begegnet sind. Und da Alter bekanntlich nicht vor Torheit schützt, kaum Verkehr zu verzeichnen war, haben wir es zwischenzeitlich nett fliegen lassen. B-) Gegen 15 Uhr haben die beiden sich dann verabschiedet, denn sie wollten noch im Hellen wieder in Mettmann sein.

Für nächstes Jahr haben wir aber schon die ein oder andere gemeinsame Tour verabredet, geht unter Zweiradfahrern ja eigentlich ganz easy. Jetzt schlummert die Diva wieder in der Garage, nächsten Monat steht dann wieder Arbeit an, denn da wird die alte Dame wieder von mir auseinander gepflückt, alle Einstellungen überprüft und mit neuen Schmierstoffen versorgt. Nach der Saison ist vor der Saison…