Zigarillo

Seltsame Dinge geschehen auf dieser Welt

lupeÜber manche Dinge mache ich mir schon Gedanken.

Warum gehen Socken zum Beispiel immer vorne an den Zehen oder hinten an der Ferse kaputt, wo doch rings herum auch genügend Platz für ein simples Loch wäre? Da muss doch etwas geheimnisvolles dahinter stecken, das nicht so leicht zu erklären ist. Vielleicht wird vorne und hinten nur minderwertige Wolle verwendet, vielleicht sogar von kranken Schafen?

Wieso gehen T-Shirts immer unterm Arm zuerst kaputt? Zumindest bei mir ist das so… Zuerst dachte ich ja, dass das mit meinem äußerst muskulösen Oberkörper zusammen hängt. Erschien mir aber eher unwahrscheinlich, da ich ja keine hautengen T-Shirts trage. Vielleicht schwitzen Männer auch heimlich und unbemerkt und diese Schweißbakterien zersetzen das T-Shirt mit der Zeit. Allerdings müssten meine Hemden ja dann auch alle Löcher unter den Armen haben.

Wieso kann ich zum Erbrechen keine hellen Hosen tragen? Vielleicht hängt dass damit zusammen, dass wenn ich eine helle Hose anziehe, diese meistens innerhalb weniger Minuten versaut ist. Meistens fliegt Asche vom Zigarillo oder der Zigarette darauf oder ich setze mich mal wieder irgendwo hin, wo es nicht gerade besenrein ist. Helle Hosen sollten generell abgeschafft werden…

Und noch etwas ist mir aufgefallen. Immer dann wenn man es garantiert nicht erwartet, dann reißt einem ein Schnürsenkel. Das ist doch auch garantiert wieder so ein Trick der Schnürsenkel-Hersteller, damit die Leute neue Schuhschnürer kaufen müssen. Es muss doch möglich sein, unzerreißbare Riemen herzustellen, damit man so eine blöde Situation erst gar nicht erlebt. Vielleicht sollte man immer Paketschnur als Reserve mitnehmen…

Hach, das Leben ist nicht einfach.

Das Erlebnis mit dem Erzähler

reisszweckenGestern Abend hatte ich eine sehr schöne Begegnung.

Nach dem Abendessen bin ich nochmal zum Auto gegangen, um mein Navi schon mal für die heutigen Stationen zu programmieren. Danach habe ich mich an einen Tisch vor dem Hotel gesetzt, um mir noch eine zu quarzen. Plötzlich steht ein älterer Mann neben mir und fragt, ob ich ihm ein Zigarillo verkaufen würde. Er würde seit dem Krieg nicht mehr rauchen, aber immer wenn er jemanden mit Zigarre oder Zigarillo sehen würde, kämen ihn ihm einige Erinnerungen hoch.

Naja, ich habe ihm dann ein Zigarillo angeboten und während er genußvoll daran zog, fing er an zu erzählen. Wie er als junger Mann eingezogen wurde, das seine zwei Brüder gefallen sind und das er seine Eltern nach dem Krieg nie mehr gesehen habe und nicht wüsste, ob sie überhaupt überlebt hätten. Ich muss ehrlicherweise gestehen, dass ich am Anfang nur aus Höflichkeit zugehört habe, aber ich habe ihn gewähren lassen.

Und dann fing er an, ein paar Anekdoten aus dieser schweren Zeit zum Besten zu geben, so dass ich sogar zeitweise lachen musste. Er beschrieb das ganze so anschaulich, dass ich ihm wirklich gebannt zugehört habe. Auch einige Fragen von mir beantwortete er sehr ausführlich, teilweise sogar so ausführlich dass ich schon nicht mehr wusste, was ich denn gefragt hatte.

Und er schien sich offenbar darüber zu freuen, mal wieder mit jemandem ins Gespräch gekommen zu sein. Als es dann später etwas frischer draußen wurde stellte ich mit einem Blick auf die Uhr fest, dass wir fast zweieinhalb Stunden da draußen gesessen hatten und als er sich dann verabschiedete, da entschuldigte er sich doch tatsächlich dafür, mich aufgehalten zu haben.

Brauchte er aber nicht, im Gegenteil. Ich bin selten so gut unterhalten worden.