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Nun bin ich also dran, zum allerersten Mal bin ich nun beim Blog Adventskalender dabei. Und in diesem 21.Söckchen werdet ihr etwas lernen können. Türchen auf, leset und lernet…

Die meisten von euch dürften wissen, dass Weihnachten vor über 2000 Jahren erfunden wurde. Doch unsere Vorfahren die Weihnachten zum ersten Mal feierten, hatten es nicht leicht. Denn es gab zwar Tannenbäume, allerdings keinen Weihnachtsschmuck. Es gab keine Autos und Motorräder, noch nicht einmal Fahrräder. Und so musste man fast zwangsläufig die Weihnachtsgeschenke für die Verwandtschaft schleppen, denn nur wenige besaßen damals auch einen Esel, auf dem man eventuell reiten konnte.

Doch wie sollte man die ganzen Päckchen und Pakete transportieren? Dieses Thema beschäftigte auch einen der Vorfahren und nach langem grübeln erfand er den Knoten. Dieser Knoten war quasi der Durchbruch beim Geschenketransport, denn man konnte damit die Geschenke nicht nur fest einpacken, man konnte auch mehrere Päckchen oder Pakete fast einhändig damit tragen, in dem man ein Stück Strick überstehen ließ um es so besser packen zu können.

Heute gibt es Geschenkbänder in vielen Variationen und Farben, in grauer Vorzeit wurden meistens Eselsstricke oder auch Lianen dazu verwendet. Auch die Schleife entstand eigentlich eher aus Zufall, am Anfang verknotete man die Stricke und Lianen einfach. Diese Knoten zogen sich aber teilweise sehr fest und das ärgerte damals eine Frau, weil sie deshalb ihr Weihnachtsgeschenk nicht auspacken konnte. Und so band sie und probierte so lange herum, bis sie eines Tages eine Schleife gebunden hatte. Die sah nicht nur schöner aus als so ein Knoten, man konnte jetzt die Weihnachtsgeschenke sogar noch besser fassen und hinter sich her schleifen.

Der Begriff „Schleife“ entstand übrigens erst ungefähr im Jahr 15 nach Christus. Teilweise wurden die mehr oder minder schweren Pakete kilometerweit über die noch unbefestigten Wege geschleift und da dachte sich ein schlauer – leider unbekannter – Kopf dass man die Bänder die um die Pakete gewickelt waren doch der Einfachheit halber gleich „Schleifen“ nennen könnte. Nach einigen Wortschöpfungsdiskussionen mit anderen Paketschleifern einigten sie sich schließlich auf den noch heute gültigen Begriff.

Im Laufe der Jahrhunderte wurden die vormals sehr robusten Verpackungsbänder allerdings immer feiner. Sie wurden immer edler, farbiger, heute werden Verpackungsbänder teilweise aus platt gewalzten Seidenraupen gefertigt oder sogar aus blonden Pferdewimpern gehäkelt. Die Schleifen sehen allerdings immer noch so aus wie vor über 2000 Jahren.

Und irgendwann dachte sich mal ein einfallsloses Frauenzimmer, dass man diese Schleifen auch etwas zweckentfremden könnte und so band sie ihrem Lebensabschnittsgefährten ein Stoffband um den Hals, verknotete es mehr oder minder kunstvoll und nannte das „Kunstwerk“ anschließend Krawatte. Dieses Frauenzimmer hatte ein preiswertes Weihnachtsgeschenk und leider wird diese Krawatte auch heute noch von einfallslosen Frauen verschenkt. Aber das nur nebenbei…

Heutzutage gibt es sogar schon Fertigschleifen im Handel, doch Puristen schwören nach wie vor auf die manuelle Technik. Dazu schlingt man ein Schleifenband von unten um das zu verpackende Geschenk, umschlingt es dort wo die Bänder zusammen kommen um 90°, führt die Bänder noch einmal in die andere Richtung um das Geschenk und dann wird es knifflig. Ich empfehle die Bänder erst einmal locker zu verknoten und dann einen Helfer/eine Helferin einen Daumen oder einen anderen Finger seiner/ihrer Wahl darauf drücken zu lassen.

Der Helfer/ Die Helferin sollte allerdings zwingend darauf hingewiesen werden, dass man im Fall dass der Finger nicht fest genug aufgedrückt wird, den ganzen Mist noch einmal machen muss. Meist reicht hierzu die Androhung körperlicher Gewalt aber das nur als kleiner Tipp. Dann formt man einen zweiten lockeren Knoten, während der besagte Daumen oder Finger des Helfers/der Helferin sich immer noch fest auf dem Schleifenband befindet. Dann ist zum Abschluß Schnelligkeit gefragt. Während besagter Daumen oder Finger innerhalb einer Nanosekunde weggezogen wird, zieht man die Schlaufe ganz fest zu. Eventuelle Schmerzensschreie wegen zu langsamen wegziehen des Daumens oder Fingers kann man ignorieren, nur das Ergebnis zählt!

Der letzte Rest ist jetzt Pillepalle. Man formt einfach eine schöne Schleife, die man ja vom Schuhe zubinden kennt, drapiert sie etwas feierlich oder onduliert die Bänderenden etwas, in dem man eine Schere mit Lichtgeschwindigkeit daran vorbeizieht. Hier ist allerdings wieder Vorsicht geboten, schnell hat man sich da die Finger verbrannt. Hat man diesen zugegeben etwas schwierigen Part auch überstanden, kann man dann das verpackte Weihnachtsgeschenk wie in alten Zeiten zum Empfänger schleifen.

Ganz pfiffige wie ich sparen sich allerdings diese ganze mühsame Prozedur. Sie bestellen die Geschenke online und lassen sie verpacken… Ich wette dass ihr die Geschichte der Schleife garantiert noch nicht gekannt habt und gerade jetzt so kurz vor den Feiertagen werdet ihr gerade bei Kindern und Jugendlichen Punkte sammeln können, wenn ihr mit diesem Insiderwissen glänzen könnt.

Das nächste Söckchen findet ihr bei Marc, Alex oder Tobi und wer sich zum Schleifen binden berufen fühlt, der sollte sich die nachfolgenden Videos mit Anleitungen einmal zu Gemüte führen. In diesem Sinne, schöne Feiertage.

Mein Name ist Hans

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Dieser Beitrag wurde 15 mal kommentiert

  1. Stephan

    Dann haben wir den geschichtlichen Hintergrund der Schleife nun auch endlich geklärt :-) . Man(n) lernt ja immer dazu. Und ich weiß auch, warum ich keine Krawatten trage ;-) .
    In diesem Sinne:
    Schöne Weihnachtstage!

    • Hans

      Ich gehöre auch nicht gerade zu den Krawatten-Fetischisten aber manchmal muss Mann eben… Dir auch schöne Feiertage.

  2. Nila

    Hahaha ist das Söckchen geil http://quetschkommo.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_good.gif
    Lieber Hans, you made my day. Ich habe bis heute die Geschichte der Schleife noch niemals gehört. War wirklich interessant zu lesen. Klasse geschrieben.
    Schönen Tag noch
    Nila

    • Hans

      Danke Nila, ich freue mich wenn es dir gefallen hat. Dir auch noch einen schönen Abend und schöne Feiertage.

  3. Erdbeere

    Ui Hans, da habe ich aber was gelernt, denn das man früher Schleifen aus blonden Pferdewimpern häkelte ist doch sehr befremdlich #Erstauntguck!

    Lieben-Es-hat-eine-Weile-gebraucht-bis-ich-Dein-Söckchen-finden-konnte-Gruß,
    Erdbeere

    P.S. Feines erstes Söckchen, dann bis in 2016 ;-)

  4. Hans

    Naja, sieht zumindest so aus wie blonde Pferdewimpern… http://quetschkommo.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_whistle3.gif Auch einen lieben Gruß und schöne Feiertage.

  5. Markus

    Interessantes Söckchen :-) Viel Spaß beim weiteren suchen Euch allen und weiterhin eine frohe Weihnachtszeit.

  6. Alex

    Auch von mir ein großes Dankeschön für dieses großartige Söckchen. Hat mir sehr gut gefallen und nun sind wir alle doch schon wieder ein Stückchen schlauer. Und schaue ich mich hier in deinem Blog um, mal der Effzeh, mal Star Wars… hier fühle ich mich doch glatt wohl! :)
    In diesem Sinne, ein angenehmes Fest und besinnliche Tage.

    • Hans

      Die Premiere ist geschafft und wenn ich euch damit etwas beibringen konnte – um so besser… http://quetschkommo.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_cool.gif

      Dir auch schöne Feiertage.

  7. Carsten

    moin,

    das sind mal interessante Fakten. Da denkt man, man weiß viel und dann so was. Irre!
    Danke fuer die vielen Infos.

    Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch!

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