Heute in der Kantine

nurmalsoNaja, Kantinenessen ist nicht jedermanns Sache.

Heute bei einem Termin mit einem Kunden. Wir hatten knapp 2 Stunden mit einer Besprechung in seinem Büro verbracht, es war Mittagszeit. Er fragte mich ob ich mit in die Kantine käme. “Nichts berauschendes, aber man wird meistens satt” fügte er an. Da waren meine Erwartungen schon nicht sehr hoch geschraubt, aber es sollte noch schlimmer werden.

Es gab drei Gerichte zur Auswahl, ich wählte ein Wiener Herrengulasch mit dreierlei Wurst, dazu einen kleinen Beilagensalat. Das hörte sich noch am besten an, wobei anhören und schmecken allerdings zwei verschiedene Paar Schuhe sind. Wie ich wenig später feststellen sollte… Denn offensichtlich handelte es sich bei den Zutaten um Restbestände des österreichischen Bundesheeres aus den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts.

Vielleicht wurde das ausgewiesene Gulasch auch nur als Wiener Herrengulasch verkauft, weil der Koch Wiener ist oder zumindest Verwandtschaft dort hat. Wurst habe ich im übrigen auch keine darin gefunden und schon die Farbe des ganzen war etwas gewöhnungsbedürftig. Selbst der Salat schaute nur welk aus der Wäsche.

Ich habe todesmutig probiert, dann noch etwas lustlos herum gestochert und mich dann entschieden, den Fraß nicht zu essen. Denn mit einer Magenverstimmung ist auch nicht zu spaßen und die hätte ich spätestens heute nachmittag mit Sicherheit gehabt. Fand der Kunde übrigens auch, denn auch sein Teller blieb nahezu voll. Dann hat er sich tatsächlich für das Essen entschuldigt und mich für heute Abend in ein Restaurant in Kaiserslautern eingeladen.

War ihm sichtlich peinlich, wobei er ja nichts dafür konnte. Und ich muss ja auch nicht täglich in dem Stall essen. Auf ein Foto dieses Dilemmas habe ich übrigens bewusst verzichtet, nachher wird noch jemandem schlecht…

Der Tipp für Männer – Besänftigungs-Kommunikation

daumenMänner sind eben anders.

Zu den Dingen die ein Mann unbedingt beherrschen sollte gehört die Besänftigungs-Kommunikation. Gerade wenn man in einer Partnerschaft zusammen lebt, sollte man sich zumindest die Grundregeln dazu einverleiben.

Gestern Abend stand ja mal wieder ein Geburtstag an. Eine für mich relativ alkoholfreie Angelegenheit, da ich heute früh ziemlich früh nach Kaiserslautern düsen musste. Naja, aufgefallen isses aber denn mindestens fünf Leute haben mich angesichts eines Wasserglases in der Hand gefragt, ob ich eine Diät machen würde.

Erstmal möchte ich dazu bemerken, dass man auch ohne Alk vortrefflich feiern kann. Vom Wasser bekommt man zwar Läuse im Bauch, die aber mit jeder weiteren Zufuhr der Flüssigkeit gleich wieder ertränkt werden. Zweitens möchte ich festhalten, dass mein Astralkörper keinerlei Diät benötigt, er ist und bleibt perfekt. Aber dies nur nebenbei…

Drittens finde ich solche Fragen einfach überflüssig, sozusagen noch flüssiger als Wasser. Ich habe jedenfalls noch nie jemanden gefragt, ob er oder sie eine Diät macht. Auf so etwas achte ich auch eigentlich nicht. Was aber auffiel war die Tatsache, dass mich nur Dämlichkeiten darauf angesprochen haben. Wahrscheinlich spielte da auch Neid mit, denn sie waren fast durch die Reihe überproportionaler bepackt wie ich.

Im Regelfall ignoriere ich ja auch solche Fragen, schließlich gibt es wichtigeres worüber man sich unterhalten kann oder möchte. Fußball zum Beispiel oder die Ergebnisse des letzten Formel-1-Rennens. Aber so etwas fragen die Weibchen ja nicht. Tja, und dann kann es dann im ungünstigsten Fall vorkommen, dass ich scheinbar auf das Thema eingehe.

So wie das Pummelchen gestern, die ich bisher nur vom sehen kannte. Blubbert mich da über ihre vergeblichen Diätversuche voll, zupft sich nebenbei neckisch an den Haaren und tatscht mich immer so kurz am Arm an, so dass ich mir schon einen bösen Blick von der besseren Hälfte eingefangen habe.

Und als sie sich dann wenig später – begleitet von zwei Freundinnen – zu uns gesellte, musste ein schnelles Ende der “Unterhaltung” her. Doch als ich dann zu dem Pummelchen sagte, dass sie doch einen göttlichen Körper habe, rutschte der besseren Hälfte fast die Gesichtsfarbe ins Getränk und ihr Blick ließ nichts gutes ahnen.

Deshalb habe ich vorsichtshalber noch “Buddha ist auch ein Gott” hinterher geschoben. Da rauschte meine ungewollte Gesprächspartnerin ohne Worte ab und die bessere Hälfte war wieder besänftigt. Aber warum die bessere Hälfte danach “Du bist doch ein Drecksack” zu mir sagte und gleichzeitig grinste wie ein Honigkuchenpferd, entzieht sich meiner Kenntnis.

Habt ihr vielleicht eine Ahnung? Oder habe ich den Drecksack für meine perfekte Besänftigungs-Kommunikation kassiert?

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