Werde ich jetzt ein Serienjunkie?

lupeEigentlich habe ich mit Fernsehen ja relativ wenig am Hut.

Ausgenommen natürlich ein paar Sportsendungen aber die schaue ich auch nur, wenn es die Zeit gerade zulässt. Das Weibchen hingegen ist da anders gepolt… Wenn die Glotze nicht läuft dann ist sie krank. Oft sieht sie sich den Mist gar nicht erst an, Hauptsache ist der Geräuschpegel im Hintergrund. Der Tatort am Sonntagabend zum Beispiel ist ihr heilig. Ich packe mir dann das Notebook auf den Schoß, lege die Flügelchen hoch und gucke ab und an auch mal in Richtung Fernseher.

Wenn das Weibchen dann nach spätestens einer halben Stunde sanft entschlummert ist, dudelt der Tatort natürlich weiter. Irgendwann danach erscheint dann Günther Jauch auf der Mattscheibe und während seiner Talkshow wacht sie dann meistens auf. Und ich soll ihr dann berichten wer der Täter war. Meistens erfinde ich dann einen Täter, denn erstens bin ich kein Kommissar, zweitens weiß ich mangels Desinteresse nicht wer es war und drittens isses mir auch schnuppe.

Noch schlimmer für mich ist allerdings dieses tägliche Kochgedöns auf Vox, das perfekte Dinner. Erstens interessiere ich mich nicht fürs Kochen, wozu gibt es schließlich Frauen? Zweitens sehe ich schon aus Prinzip nicht hin, weil ich sonst Hunger bekomme. Und drittens habe ich das Notebook vor der Nase und ich muss mich deshalb nicht zwangsläufig mit den Kochdebakeln anderer Leute abquälen.

Und das wichtigste bekomme ich sowieso immer nach der Sendung berichtet. Denn die bessere Hälfte brabbelt mir den Inhalt dann nochmal vor. Zumindest habe ich den Sinn der Sendung jetzt verstanden, denn es muss wohl immer ein Quoten-Schwuler mitkochen und jemand muss Vegetarier sein. Gut, deshalb halten sich meine Kochkünste wahrscheinlich in Grenzen doch ich hege die Befürchtung, dass ich – wenn das so weiter – geht irgendwann einmal zum Serienjunkie werde.

Wider Willen natürlich…

Mein erstes Mal

blattBleiben wir beim Thema…

Heute vormittag hatte ich ja über meinen ersten Stadionbesuch berichtet. Natürlich gibt es bei jedem im Laufe eines Lebens noch vieles andere, was man zum ersten Mal macht oder erlebt. Das meiste davon vergisst man wieder, einiges ist alltäglich und keiner Erwähnung wert, doch einiges bleibt im Gedächtnis.

Ich war gerade 9 Jahre alt und da kam ich – mehr oder weniger ungewollt – zu meinem ersten Kuss. Ich weiß noch, dass das Weibchen Carola hieß, mit mir in einer Klasse gewesen ist und immer dahin ging wo ich auch war. Und so begab es sich, dass wir in der Schule eine Aufführung eines Theaterstückes probten, für das ich unglückseligerweise als Hauptdarsteller auserkoren wurde. Unglücksselig deshalb, weil ich eben diese Carola in einer Szene küssen musste. Gut, während der ersten Probe waren nur wenige Zuschauer und Mitspieler anwesend, da war es nicht ganz so ekelhaft. Nur peinlich…

Ein paar Jahre später feierte ich dann meinen 18ten Geburtstag und durfte von da an auch Motorrad fahren. Mein erstes mal fand allerdings schon ein paar Jahre vorher statt. Denn mein Vater hatte zu diesem Zeitpunkt, ich war 15, eine 900er Kawasaki in der Garage stehen. Die ich mir abends wenn es schon dunkel war, des öfteren mal… ausgeliehen habe, um ein paar kleine Spritztouren zu machen. Mein Vater wunderte sich nur, dass die Maschine relativ viel Benzin verbrauchen würde, denn natürlich hatte ich die Tachowelle bei meinen Touren abgeschraubt, so dass der Kilometerstand mich nicht verraten konnte.

Vor einigen Jahren hatte ich ein ganz besonderes erstes Mal. Denn da bin ich, nachmittags auf einer fast leeren Autobahn, mit dem Auto eines Freundes erstmals 300 km/h gefahren. Für mich als Geschwindigkeitsfreak ein unglaubliches Gefühl, allerdings auch eine unglaubliche Lautstärke in der Corvette C6. Da hatte man echt das Gefühl, man säße mitten auf dem Motor. Aber geil war es trotzdem und ich würde es gerne nochmal wiederholen.

Über meine ersten sexuellen Erfahrungen und alles, was man so landläufig mit dem ersten Mal in Verbindung bringt, muss ich euch leider im unklaren lassen. Es ist einfach zu lange her, als dass ich mich daran noch erinnern könnte…

Mein erstes Mal #effzeh

effzehEs ist fast 48 Jahre her…

Ein Bericht bei der Kölschen Ziege hat mich zu diesem Beitrag motiviert. Mit meinem Vater und meinem Onkel ging ich zum ersten Mal zu einem Spiel der Fußball-Bundesliga, die es damals gerade einmal 4 Jahre gab. Man schrieb den 9. September 1967, soweit ich mich erinnern kann angenehme Temperaturen um die 20° und ich war noch keine 7 Jahre alt. Ich war stolz wie Bolle und freute mich schon seit Wochen auf dieses Ereignis.

Der 1.FC Köln spielte im alten Müngersdorfer Stadion und angesichts der Ausmaße dieser Arena wurde mir schon ein wenig mulmig. Damals gab es so etwas wie Fanschals, Kappen oder Fahnen noch nicht, so weit waren die Vereine in Punkto Vermarktung noch nicht. Die Stimmung war mit der heutigen “Show” nicht vergleichbar aber natürlich wurde die Mannschaft auch angefeuert.

Zu dieser Zeit spielte beim #effzeh unter anderem Hemmersbach, Pott, Weber, Simmet, Overath, Hornig, Löhr, Thielen und ein ganz junger Heinz Flohe, der damals noch offiziell als Stürmer geführt wurde und später mein Lieblingsspieler werden sollte. Drei Wochen zuvor war der 1.FC Köln nicht gut in die fünfte Bundesligasaison gestartet, denn in Hannover hatte man eine 3:0 Packung bezogen.

Eine Woche später, im ersten Heimspiel der Saison, besiegte man 1860 München knapp mit 1:0 und am dritten Spieltag besiegte man eine Mannschaft namens Bayern München auswärts mit 3:0. Und dann kam der vierte Spieltag, mein Spieltag. Ich würde ein Spiel des 1.FC Köln nicht nur am Radio verfolgen sondern live dabei zusehen können. Und der Gegner war nicht von schlechten Eltern: Schalke 04.

Und es sollte eine Gala werden, denn die Königsblauen wurden mit 7:0 aus dem Stadion geschossen. 6 der 7 Tore fielen erst in der zweiten Hälfte und ich kann mich noch daran erinnern, das die Nas – wie man Hannes Löhr in Köln nannte, drei der sieben Treffer erzielte. Übrigens gegen einen gewissen Norbert Nigbur im Schalker Tor, der mit tollen Paraden noch verhinderte, dass das Ergebnis nicht zweistellig ausfiel. Ich war hin und weg und von da an auch noch mehrmals im Stadion.

Der 1.FC Köln beendete die Saison 1967/68 auf einem guten vierten Platz und holte ganz nebenbei auch den DFB-Pokal durch ein 4:1 gegen den VfL Bochum. Später habe ich lange Jahre eine Dauerkarte geordert, seit etlichen Jahren fahre ich nur noch zu einigen Spielen, da ich ja oft beruflich unterwegs bin. Doch die Spiele des 1.FC Köln verfolge ich nach wie vor auch im Internet, per Fernseher oder auch mal per App.

In den 70er und 80er Jahren spielte der #effzeh ja sehr oft auch in einem internationalen Wettbewerb. Da wurde dann mal kurzfristig zwei Tage Urlaub beantragt und man flog nach England, nach Italien oder fuhr mit dem Auto nach Holland, Belgien oder Frankreich. Vielleicht ergibt sich nochmal die Chance, den 1.FC Köln auch international zu sehen. Denn auch im fortgeschritteneren Alter darf man ja noch träumen…