Vor 10 Tagen hatte ich darüber berichtet, dass das Kölner Festkomitee eine Abstimmung bei Facebook gestartet hatte, bei der ein Motiv für die furchtbaren Anschläge in Paris festgelegt werden sollte. Gewonnen hat diese Abstimmung für den „Charlie Hebdo-Wagen“ der Entwurf hier unten, für den ich auch abgestimmt habe. Er erhielt fast ein Drittel aller abgegebenen Stimmen und ich finde ihn sehr gelungen.

koelnerkarneval.de

© koelnerkarneval.de

Doch gestern entschied das Festkomitee, dass der Wagen nun doch nicht gebaut wird und teilte mit, dass man zwar zur Botschaft des Wagens nach wie vor stehe, allerdings habe man auch viele besorgte Meldungen Kölner Bürger erhalten, die ihre Ängste dem Festkomitee mitgeteilt hätten. „Einen Persiflagewagen, der die Freiheit und leichte Art des Karnevals einschränkt, möchten wir nicht“ und deshalb habe man entschieden, den Bau des Wagens zu stoppen.

Auf der Facebookseite des Festkomitees erntete man für diese Entscheidung nicht nur Zustimmung, viele Leser konnten sich mit dieser Entscheidung nicht anfreunden und äußerten dies auch in den Kommentaren. Von „Das ist sehr bedauerlich“ über „Feige und Beschämend“ bis zu „Schämt Euch, ihr Leichenbestatter des Kölner Karnevals“ reichten die Kommentare, die die Herren sich dort ins Stammbuch schreiben lassen mussten.

Ich bin ein wenig gespalten bei dieser Entscheidung. Zum einen finde ich den Entwurf wirklich sehr gelungen und er beleidigt wirklich niemanden. Denn der Karneval soll und muss auch solche ernsten Themen aufgreifen. Mit diesem Rückzieher schießt man sich in meinen Augen ein Eigentor, denn die Unterstützung für einen solchen Wagen nicht nur aus den Reihen der Teilnehmer war immens und wenn man jetzt Angst zeigt, „unterstützt“ man damit auch den Terror und zeigt das man sich einschüchtern lässt.

Zum anderen kann ich natürlich auch die Sicherheitsbedenken nicht einfach beiseite wischen. Aber ob mit oder ohne solch einen Wagen, Bekloppte gibt es überall und der Kölner Rosenmontagszug ist eine Veranstaltung mit einer Million Zuschauern. Wenn da jemand etwas kriminelles oder gar terroristisches plant, dann zieht er das mit oder ohne einen „Charlie Hebdo-Wagen“ durch.

Ich bin allerdings sehr gespannt, ob beim Düsseldorfer Rosenmontagszug – bekannt für seine teilweise sehr gewagten Motive – ein Wagen dieses Thema aufgreifen wird. Wundern würde es mich nicht, zumindest hätte Düsseldorf dann mehr Mut und Rückgrat bewiesen. Das ich so etwas einmal über Düsseldorf schreiben würde hätte ich auch nicht vermutet… Wie denkt ihr denn über dieses Thema? Safety first oder Feigheit vor dem Feind?

Mein Name ist Hans

Willkommen in der Quetschkommo.de. Hier berichte ich über alles was mir so in den Sinn kommt. Etwas mehr über mich kannst du hier erfahren und wo ich sonst noch so im Netz vertreten bin erfährst du mit einem Klick auf diesen Link. Wenn es dir hier gefällt komm ruhig wieder vorbei, ich würde mich freuen. Oder abonniere doch einfach den RSS-Feed dieses Blogs, um immer auf dem Laufenden zu bleiben.

Dieser Beitrag wurde 2 mal kommentiert

  1. Antje

    Ich würde auch eher mit „beschämend“ und „feige“ kommentieren … denn – die haben doch schon wirklich „schlimmeres“ auf den Wägen gehabt – finde ich jedenfalls. Und daran sieht man ja dass man es nicht jedem Recht machen kann.
    Irgendwo habe ich gelesen das eh schon seit Jahren zivile-kostümierte Polizisten/SEKler oder sonstige Aufpasser beim Zug mitlaufen.
    Wie du schon schriebst, wenn einer was anstellen will, aus welchen Gründen auch immer, dann macht er das (falls er nicht vorher geschnappt wird).

    Angst ist, meiner Meinung nach, ein schlechter Ratgeber und Begleiter http://quetschkommo.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_yes.gif

  2. Feiges Komitee

    Das ist wirklich feige. Wie kann man sich so einem wichtigen Thema bei den Karnevalszügen verschließen. Das wird mit Sicherheit noch ein Nachspiel haben. Würde mich nicht wundern, wenn das Komitee seine Entscheidung wieder revidiert, bei allein über 400 Kommentaren zur Entscheidung bei facebook. Medien wie Spiegel und Welt berichten bereits darüber.