ohrBald isses ja wieder soweit…

Am 23sten Mai findet in Wien wieder der Eurovision Song Contest statt. Das ist dieser internationale Musikwettbewerb, der seit geschätzten 150 Jahren einmal jährlich veranstaltet wird. An diesem Wettbewerb können alle Mitgliedsländer der ehemaligen EWG, Israel und seit einigen Jahren auch der gesamte Ostblock mit all seinen abtrünnigen Staaten teilnehmen.

Zu meiner Jugendzeit war dieser Träller-Wettbewerb immer ein absoluter Mega-Event, der für garantiert hohe Einschaltquoten gut war. Was allerdings auch daran lag, dass es in den meisten Regionen nur drei oder im Höchstfall vier Fernsehprogramme gab, denn die privaten Sender waren zu dieser Zeit noch nicht erfunden. Und da es um 20 uhr 15 noch zu früh für die Disco war, zog man sich eben vorher noch den Sangesvergleich der angehenden Stars und Sternchen rein.

Der beste Beitrag kam allerdings, von wenigen Ausnahmen mal abgesehen, meist gleich am Anfang. Das war die Eurovisionshymne und für die durfte leider nicht abgestimmt werden. Unsere Sangesbeiträge wurden zumeist von Herrn Siegel produziert und getextet und das meiste davon war ein unheimlicher Schrott. Wobei, einmal haben „wir“ sogar gewonnen. Denn da setzte der Herr Siegel ein damals noch total unbekanntes Mädchen namens Nicole einfach im Nachthemd auf die Bühne und ließ es „Ein bisschen Frieden“ trällern.

Gut, damals war der Ostblock noch weitestgehend ausgesperrt, sonst hätte es wahrscheinlich auch nicht für den Sieg gereicht. Denn heute muss fetziges her, möglichst weiblich und mindestens halbnackt, damit der Zuschauer bei den grottenschlechten Vorträgen wenigstens was fürs Auge hat. Und gerade die Vorträge aus den ehemaligen russischen Teilrepubliken sind in Punkto Fleischbeschau immer auf dem neuesten Stand.

Und manches hört sich eher wie das Gejaule eines Steppenhundes an, was einem da geboten wird. Wobei… Tiere dürfen an dem Contest nicht teilnehmen, außer sie heißen Lordi und kommen aus Finnland. Nachdem jedes Land seinen Vortrag dann mehr oder weniger gut präsentiert hat, dürfen Moderatoren – die eigentlich kein Mensch sehen oder geschweige gar hören möchte – dem Publikum erklären, warum man ausgerechnet von diesem Land jetzt keine Punkte abstauben konnte.

Wobei sich zwar die Bewertungskriterien in den letzten Jahren geändert haben. Bewertet wird primär immer noch das Aussehen der weiblichen Teilnehmerinnen und natürlich spielen auch die politischen Beziehungen zu anderen Ländern eine Rolle. Weshalb aus Russland schon mal keine Punkte an uns vergeben werden, weil Frau Merkel den Herrn Putin geärgert hat. Das dargebotene Liedgut wird schon seit Jahrzehnten nur sekundär bewertet und Männer haben überhaupt keine Chance auf den Sieg.

Tja, aber wer gewinnt überhaupt beim ESC? Da gibt es keine Faustregel, allerdings sollte man ein paar Tipps beherzigen. Entweder man trägt sinnfremde Kostüme, singt gleich nackt oder noch besser gleich russisch oder aber man ist ein Transvestit. Genau das ist offensichtlich auch der Grund, weshalb Deutschland seit Lena mit dem Doppelnamen eigentlich nie besonders viele Punkte bekam, wir sind einfach zu bieder für den ESC.

Wahrscheinlich ist „unsere“ deutsche Teilnehmerin Ann Sophie, die man wahrscheinlich schneller wieder vergessen hat bevor man ihren Namen behalten kann, auch nur wieder Außenseiterin. Allerdings Außenseiterin mit null Siegchancen. Vielleicht sollten wir sie als Reparationszahlung an Griechenland abgeben und Heino singen lassen. Dann gäbe es zumindest etwas zu lachen…

Mein Name ist Hans

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