Blog Adventskalender 2017: 14. Söckchen – Allerlei rund um Weihnachten

So, nun bin ich also dran beim diesjährigen Blog Adventskalender. Zum dritten Mal bin ich mittlerweile dabei und somit ist es nun Tradition. An dieser Stelle nochmal einen Dank an Alex für die Planung, die in diesem Jahr ja einer Ochsentour glich.

Heute gibt es ein wenig Statistik, wissenswertes und kurioses rund um die Weihnachtsfeiertage. Fangen wir gleich mal mit dem Weihnachtsbaum an. Am beliebtesten bei uns Deutschen ist die Nordmanntanne und der durchschnittliche deutsche Weihnachtsbaum ist knapp einen Meter siebzig hoch und hat bei dieser Größe beeindruckende 180.000 Nadeln. Übrigens hat die Nordmanntanne nichts mit Wikingern oder Skandinaviern zu tun, benannt wurde sie nach dem finnischen Biologen Alexander von Nordmann.

Das ist wahrscheinlich auch ein Grund, weshalb ich zu Tannenbäumen eher ein gespaltenes Verhältnis habe. Und da die heimische Kemenate nicht mehr von kleineren Kindern bevölkert wird, ist der hauseigene Weihnachtsbaum in diesem Jahr knapp 90 Zentimeter hoch und aus Holz. Mit der Kettensäge wurde er bearbeitet, in Bayern käuflich erworben und ich selbst durfte mein außergewöhnliches Dekorationstalent daran ausleben.

Übrigens entstehen durch die jährliche Weihnachtsbeleuchtung – Advents- und Weihnachtszeit zusammen genommen – bundesweit über 10 Millionen Euro zusätzliche Stromkosten. Und wenn ich mir einige Weihnachtsdekos hier in der Nachbarschaft ansehe, dann dürfte dort der Stromzähler ganz kräftig rattern. Aber wenns gefällt…

Deutschland gilt ja als ein Land der Traditionen. Und eine dieser Traditionen ist sicherlich, das immerhin ein Viertel aller Deutschen am Heiligabend Würstchen mit Kartoffelsalat verputzen. Bei uns hat sich schon seit Jahren selbst kochen durchgesetzt, zumindest wenn man die Brutzelei mit dem Raclette als kochen bezeichnen kann. Aber bisher bin ich immer satt geworden, das ist doch schon ein Erfolg.

Allerdings kann ich mit einer anderen Tradition nie anfreunden, denn der Deutsche braucht in der Vorweihnachtszeit Glühwein. Sage und schreibe 50 Millionen Liter fließen jährlich durch deutsche Kehlen. Ich bevorzuge aber lieber ein Bierchen… Der Alkoholkonsum bei uns steigt übrigens während der Weihnachtszeit um rund 35 %, woran sicherlich auch diverse Weihnachtsfeiern nicht unschuldig sind.

Es muss ja nicht immer Last Christmas sein. An diesem etwas moderneren Weihnachtslied von Wham kommt man ja während der Weihnachtszeit kaum vorbei. Ich bin jetzt nicht gerade textsicher was Weihnachtslieder betrifft aber es gibt auch deutschsprachige Alternativen und an einige davon kann ich mich sogar noch dunkel erinnern. Wer von Last Christmas auch die Schnauze voll hat, der kann sich ja mal in diesem Archiv umhören.

Natürlich dürfen an Weihnachten die Geschenke nicht fehlen. 40 Prozent der Deutschen haben sich einer aktuellen Umfrage zufolge vorgenommen, ihre Einkäufe in den ersten beiden Dezemberwochen abzuarbeiten. In den letzten 14 Tagen vor Weihnachten suchen aber immer noch 25 Prozent nach etwas passendem zum verschenken.

Da Heiligabend in diesem Jahr auf einen Sonntag fällt, mussten allerdings wieder ein paar sehr eifrige die vollkommen überflüssige Diskussion anfeuern, auch an diesem Tag die Geschäfte zu öffnen. Als ob die Beschäftigten im Einzelhandel nicht auch mal froh wären, an diesem Tag nicht zu arbeiten. Glaubt man den Statistikern, werden übrigens durchschnittlich von jedem Bundesbürger knapp 280 Euro in Geschenke investiert.

Übrigens, Weihnachten ist eigentlich Verarsche, denn Jesus wurde überhaupt nicht an Heiligabend geboren. Australische Astronomen haben errechnet, dass das Jesuskind am 17. Juni zur Welt kam. Da war früher bei uns auch mal ein Feiertag, der hatte allerdings mit Weihnachten nichts zu tun. Doch Heiligabend im Sommer hätte doch was…

Ich kenne zwar niemanden dieses Namens, doch in Deutschland wurden bis heute rund 390 Menschen auf den Namen Jesus getauft. Und wer glaubt, das ein weltbekannter Brausehersteller der Erfinder des Weihnachtsmannes ist, der glaubt sicherlich auch noch an den Osterhasen. Nicht Coca Cola, sondern der gebürtige Pfälzer Thomas Nast kreierte im Jahr 1862 den rotgewandeten Herrn mit dem weißen Bart für die Zeitschrift “Harper’s Weekly”.

Zum Weihnachtsmann kann man auch ausgebildet werden. Im USA-Staat Michigan werden schon seit 1937 Weihnachtsmänner ausgebildet und auch hierzulande hat man die Möglichkeit eine Ausbildung zum Weihnachtsmann abzuschließen. Hier bei uns in Köln wird man dementsprechend geschult und erhält sogar ein Diplom. Der Weihnachtsmann hat am Nordpol auch eine eigene Adresse. Sie lautet: Santa Claus Nordpolen, Julemandens Postkontor, DK-3900 Nuuk.

Zum Schluß noch etwas für die Zocker unter uns. Zu Weihnachten findet die größte Lotterie der Welt in Spanien statt. Jedes Jahr kann man dort sage und schreibe über 2 Milliarden Euro gewinnen. Gespielt wird “El Gordo” oder “Die Fette” seit mehr als 200 Jahren. Neben den Hauptgewinnen gibt es auch zahlreiche kleinere Preise, wodurch sich die Gewinnchancen natürlich erhöhen.

Traditionell kaufen sich die Spanier bei der Lotterie oft Zehntel-Lose für 20 Euro oder legen mit Familienmitgliedern, Freunden, Kollegen oder auch ganzen Dörfern zusammen, um ganze Lose für 200 Euro oder auch gleich mehrere Scheine zu kaufen. Wer sich angesprochen fühlt, kann sich ja mal beim Lotto Doktor informieren. Und nein, das ist keine Schleichwerbung!

Den nächsten Beitrag gibt es morgen entweder bei Ecki, bei Nila oder bei der Netzliga. Die bisherigen Beiträge zum Adventskalender habe ich übrigens alle gelesen, war aber wegen ein paar 13-14 Stunden-Tagen und diverser Aktivitäten am Wochenende zu faul zum kommentieren. Nicht böse sein…

Mir bleibt noch, euch und euren Familien schöne Feiertage zu wünschen!

24 Söckchen – Der Blog Adventskalender 2017

Am kommenden Freitag, den 1.Dezember 2018, startet Alex von selbstexperiment.de nun schon zum neunten Mal seinen Blog Adventskalender. Und er hat es auch in diesem Jahr geschafft 24 Blogs zu animieren, einen Beitrag zum Blog Adventskalender beizusteuern.

Ich bin nach 2015 und 2016 nun zum dritten Mal dabei und werde versuchen, euch etwas weihnachtliches zu vermitteln. Damit ich auch im Club der erlauchten Adventsblogger identifizierbar bin, wird auch während der Dauer des Adventskalenders eine entsprechende Grafik in der Sidebar deponiert und mit einem Klick auf den Button gelangt ihr auch zum Alex, der in seinem Beitrag nochmal die Modalitäten erklärt.

Den Start wird am 1. Dezember Alex selbst machen und ich bin wieder gespannt, was die einzelnen Teilnehmer sich für den Blog Adventskalender einfallen lassen. Wenn ihr die Beiträge zum Adventskalender verfolgt, werdet ihr sicherlich auch heraus bekommen, wann ich hier dran bin.

Blog Adventskalender 2016 – 19. Söckchen: 5 Fakten über Weihnachten

Nachdem ich im vergangenen Jahr zum ersten Mal beim Blog Adventskalender von Alex mitgemacht habe, stand das diesjährige zweite Mal noch Ende November in den Sternen. Denn erst kurz vor dem Start waren 24 Blogger zusammen, die auch die achte Auflage des Adventskalenders sicherten. Und ich bin heute die Nummer 19 und wie im vergangenen Jahr gibt es wieder etwas lehrreiches.

Der Weihnachtsbaum
Jedes Jahr an Weihnachten steht nicht nur bei den allermeisten Bundesbürgern ein mehr oder weniger festlich geschmückter Tannenbaum in der Wohnung. Dieser Brauch ist eigentlich noch ziemlich jung, er entstand zunächst bei uns in Deutschland und verbreitete sich erst im 19. Jahrhundert über die ganze Welt. Erstmals schriftlich erwähnt wurde ein Weihnachtsbaum im Jahr 1527 in Mainz, 1611 soll Herzogin Dorothea Sibylle von Schlesien den ersten Weihnachtsbaum mit Kerzen geschmückt haben.

Im 18. Jahrhundert waren es vor allem Protestanten, die sich einen Weihnachtsbaum ins Haus holten. Da Nadelbäume aber recht teuer waren, konnten sich den Brauch zunächst nur die Reichen erlauben. Heutzutage sind Christbäume in Deutschland zu relativ moderaten Preisen zu haben. Jedes Jahr werden etwa 30 Millionen Nadelbäume verkauft, von denen allerdings rund 5 Millionen Bäume aus Dänemark importiert werden müssen. Die beliebteste Art ist mit über 70% Marktanteil die Nordmanntanne, die bevorzugte Größe bei uns Deutschen liegt zwischen 1,50 und 2 Metern.

Das Lametta
Kennt ihr noch Opa Hoppenstedt aus dem Loriot-Sketch? Der pflegte zu sagen: “Früher war mehr Lametta.” Ganz unrecht hatte er damit nicht, denn die Lametta-Produktion ist bei uns in Deutschland seit längerem rückläufig. In den vergangenen 20 Jahren wurden fast 70 Prozent weniger Lametta produziert. Scheinbar sind die vorrangig gold- oder silberfarbenen Metallstreifen bei jüngeren Leuten nicht mehr so beliebt. Das Lametta sollte ursprünglich Eiszapfen darstellen und vielleicht haben jüngere Leute einfach nur Angst, dass das Lametta angesichts beheizter Wohnungen und Häuser wegschmilzt.

Heutzutage schmückt man seinen Weihnachtsbaum entweder relativ zurückhaltend oder auch so bunt wie möglich. Nur eben lieber ohne Lametta. Aber da sich ja jeder Trend irgendwann wiederholt, erlebt vielleicht auch wieder das Lametta eine Wiederauferstehung. Das Wort Lametta ist übrigens die Verkleinerungsform des italienischen Wortes „Lama“ ab, was schlicht und einfach Metallblatt bedeutet. War bei euch eigentlich früher auch mehr Lametta?

Die Heiligen drei Könige
Sie hießen Caspar, Melchior und Balthasar, hatten Gold, Weihrauch und Myrrhe in der Geschenktruhe und stammten aus dem Morgenland. Angeblich… Jeder weiß um wen es sich hier handelt, natürlich die Heiligen drei Könige. Doch gab es dieses Trio wirklich? In den verschiedenen Aufzeichnungen über Jesus Geburt berichtet nämlich nur der Evangelist Matthäus von den fremden Besuchern. Und bei ihm werden auch nur „Sterndeuter aus dem Osten“ erwähnt, weder über ihre Anzahl noch ihren Stand ist bei Matthäus etwas zu erfahren.

Vielleicht waren sie wirklich Könige, heilig aber mit Sicherheit nicht. Dazu bedarf es nämlich der Heiligsprechung durch die katholische Kirche. Vor 852 Jahren, im Juli 1164, brachte Erzbischof Rainald von Dassel die Gebeine zu uns nach Köln. Zwischen 1190 und 1225 wurde durch den Goldschmied Nikolaus von Verdun ein wunderschöner Goldschrein für die Gebeine gefertigt und dieser Schrein ist wohl auch dafür mitverantwortlich, das ab dem Jahr 1248 der Kölner Dom errichtet wurde.

Innerhalb unseres gotischen Doms hatte der Schrein übrigens unterschiedliche Standorte, seinen heutigen zentralen Platz hinter dem Hochaltar nimmt er seit dem Jahr 1948 ein. Bei einer Untersuchung der Skelette vor etwa 150 Jahren fanden Forscher neben ein paar fremden Knochenteilen auch die fast vollständigen Skelette eines etwa 12-jährigen Jungen und zweier etwa 30 und 50 Jahre alter Männer. Und ob sie nun wirklich die heiligen 3 Könige waren oder nicht, die Legende lebt auf jeden Fall weiter.

Die Geschenke
Angesichts der Tatsache das der Pflanzenriese Fleurop sich schon einen eigenen Feiertag sicherte könnte man nun denken, das die Tradition sich an Weihnachten zu beschenken eine Erfindung des Einzelhandels wäre. Aber Pustekuchen, diese Tradition reicht schon bis zu den ollen­ Römern zurück, die sich durch gegenseitige Geschenke Glück und Gesundheit für das neue Jahr erhofften. Dieser Brauch setzte sich über verschiedene Kulturen und Länder fort und seither beschenken sich die Menschen an Weihnachten.

Die Bescherung und dem Weihnachtsbaum, wie sie heute noch sehr oft praktiziert wird, ist allerdings erst im 18. Jahrhundert entstanden und hat sich auch seither kaum verändert. Im Gegensatz zu den Geschenken. Gab es noch zu meiner Jugendzeit auch noch Geschenke, die eventuell auch einen pädagogischen Zweck erfüllen sollten, werden heute die Forderungen Wünsche der Kleinen und etwas größeren in den allermeisten Fällen auch erfüllt. Natürlich nur solange dies auch der Geldbeutel mitmacht.

Freute man sich noch zu meiner Zeit über “richtiges Spielzeug”, muss heute in vielen Fällen die Unterhaltungs- Und Kommunikationsindustrie vor den Festtagen Überstunden schieben, damit die Nachfrage auch erfüllt werden kann. Natürlich möchte man gerade Weihnachten nicht enttäuschen, allerdings hat das ganze eine Entwicklung genommen, die mir persönlich etwas suspekt ist. Und die ich auch nicht mitmache, da bin ich eisern!

Das Weihnachtsessen
Das was mir an den Feiertagen am meisten auf den faltigen Hautfortsatz zwischen den Oberschenkeln geht sind diese Fressgelage. Warum man diese Mengen auftischen muss, bleibt mir unergründlich. Doch leider werde ich das im Familien- und Freundeskreis auch nicht mehr ändern. Festzuhalten bleibt, dass das liebste Weihnachtsessen der Deutschen immer noch der Gänsebraten ist. In der Regel wird der Flattermann gefüllt und dazu gibt es Rotkohl und Klöße.

Der Ursprung der Weihnachtsgans geht übrigens auf den katholischen Brauch der Martinsgans zurück, die vor Beginn der adventlichen Fastenzeit am 11. November gegessen wird. An Heiligabend endet diese und es gab/gibt wieder Gänsebraten. Doch es gibt auch viele die es etwas weniger opulent mögen, dort werden Würstchen mit Kartoffelsalat serviert. In Süd- und Ostdeutschland sowie in Österreich ist zudem der Karpfen als Festtagsessen sehr beliebt. Was gibt es denn bei euch?

So, jetzt bleibt mir nichts mehr übrig als euch und euren Familien ein paar schöne, ruhige Feiertage zu wünschen. Futtert nicht zu viel, trinkt in Massen Maßen und genießt die freien Tage. Das morgige Törchen wird entweder bei worksucks, adelhaid oder dem gedankenschreiber geöffnet.