Wahl-O-Mat-Desaster

Geht es nach dem Wahl-O-Mat, dann sollte ich wohl zur Bundestagswahl in zweieinhalb Wochen am ehesten Satire wählen. Die relativ dichten Abstände dahinter deuten wohl an, das unsere alteingesessenen Parteien mit ihren Wahlprogrammen gar nicht so weit auseinander liegen.

Wahl-O-Mat

Wobei das Rennen um das Kanzleramt wohl schon gelaufen sein dürfte. Das wird sich das Angela nicht mehr nehmen lassen, oder?

Bayern-Referendum: Seehofer will König werden

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Kaum ist Europa Stück für Stück zusammen gewachsen, zerbröckelt es auch wieder.

Nachdem Russland der Ukraine die Krim (wieder) abgejagt hat, lebt nun auch die muslimische Minderheit der Krimtataren zwischen den Fronten und harrt der Dinge die da kommen werden. Nicht zu vergessen die europäische Einigkeit, die gerade in Flüchtlingsfragen an den Tag gelegt wird. Wobei wir da schon beim Stichwort sind, denn Bayern hat auch etwas dagegen, von fremden und sogar andersgläubigen Kulturen überschwemmt zu werden.

Und bevor Bayern jetzt endgültig muslimisch wird, hat der bayrische Ministerpräsident Horst Seehofer gestern Abend völlig überraschend die Mitglieder seiner regierenden CSU in die bayrische Staatskanzlei einbestellt. Dort wurde beschlossen und am sehr späten Abend bekannt gegeben, dass Bayern nicht länger nur Freistaat sein möchte, sondern wieder ein Königreich.

Mit einer überwältigenden Mehrheit von 99,7% stimmten die Mitglieder der CSU gleichzeitig auch dafür, ihren Noch-Ministerpräsidenten Seehofer am Montag, den 4. Juli 2016 zum „Kinni“ (König) zu bestimmen. In einem Referendum wird am 15. Mai 2014 während der Meisterfeier des FC Bayern München auf dem Münchner Marienplatz ebenfalls darüber abgestimmt, ob auch die 4 bayrischen Nicht-CSU-Mitglieder weiterhin im dann neuen Königreich Bayern siedeln dürfen oder nach Deutschland abgeschoben werden. Der Einfachheit halber werden die Stimmen dann gezählt, wenn Bayern-Kapitän Lahm die Meisterschale präsentiert und alle mit erhobenen Armen jubeln.

Der 4. Juli wurde aus Verbundenheit zu Amerika als Tag der Krönung ausgewählt, allerdings wird man die amerikanische Bezeichnung „Independence Day“ nicht übernehmen, da die Aussprache für viele bajuwarische Untertanen eine fast unmenschliche Anstrengung bedeuten würde. Man einigte sich deshalb auf die Bezeichnung „Kinni-Tog“ und ordnete gleichzeitig an, dass an diesem Tag dem neuen bayrischen Herrscher mindestens dreimal gehuldigt werden müsse.

Entgegen anders lautenden Gerüchten wird der russische Präsident Wladimir Wladimirowitsch Putin nicht an den Feierlichkeiten teilnehmen, weil zur gleichen Zeit die Annektierung von Kasachstan und der Mongolei geplant ist. Putin versprach aber, dass Kinni Horst jederzeit auf militärische Hilfe Russlands vertrauen dürfe, um die bayrischen Landesgrenzen zu verteidigen. Erwartet werden dürfen mit Sicherheit andere gekrönte Häupter, so etwa König Tupou VI. von Tonga oder auch der Sultan von Brunei, Haji Hassan al-Bolkiah.

Abgesagt hat hingegen die deutsche Regierungschefin Angela Merkel, da sie am 4. Juli im Sommer-Urlaub weilt. Wohin die Reise geht teilte sie nicht mit, nur „weit, weit weg von Bayern“ ließ sie über ihren Sprecher verlauten.

Die Preußen und die Bayern

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Bayern wird ja fälschlicherweise oft als ein Teil Deutschlands bezeichnet…

Genau genommen ist Bayern eigentlich kein Staat, noch nicht einmal ein Bundesland. Eher gilt Bayern als weltgrößter Parkplatz für österreichische Ski-Urlauber und aktuell auch für syrische Flüchtlinge. Diese kulturelle Einöde ist laut bayrischer Verfassung der natürliche Feind von uns Deutschen und liegt nicht nur aus topographischen Gründen auf der Landkarte ganz unten. Die Bayern ticken oft etwas anders denn sie sind zum Beispiel zutiefst davon überzeugt, dass sie die ganze Welt finanzieren und alle Länder südlich, westlich, östlich und nördlich der bayrischen Landesgrenzen eigentlich keine Daseinsberechtigung haben. Ausgenommen die Österreicher, dies aber auch nur, weil die beiden Bergvölker eine ähnlich unverständliche „Sprache“ vereint.

Das politische System in Bayern ist streng nach der Landesgesetzgebung eine Demokratie. Dies bedeutet im weitläufigen Sinne, dass das Volk entscheidet was zu tun und zu lassen ist. Allerdings sind die Bayern in dieser Hinsicht eher gemütlich und verzichten schon einmal freiwillig auf die Ausübung ihrer Rechte und überlassen lieber der regierenden Volkspartei CSU, die Entscheidungen zu treffen. Stichwort Rauchverbot in Kneipen und Biergärten, wenn da die Ureinwohner damals nicht zu faul gewesen wären auch zur Abstimmung zu gehen anstatt den Sonntag traditionsgemäß im Biergarten zu verbringen, dann könnte man sich auch als Nikotinfreund dort noch wohlfühlen.

Apropos regierende Volkspartei… Alle fünf Jahre kreuzt der Bayer an dass alles bestens ist und handelt nach der bekannten Bauernregel „Ist zu den Wahlen mit den Subventionen alles klar, macht der Bauer sein Kreuzl, wo’s immer schon war“. Únd da mindestens 90 Prozent aller Bayern auch Bauern sind, kann es sich Bayern leisten echte freie Wahlen abzuhalten. Da maximal 10 Prozent der Stimmen auf Parteien entfallen können die nicht die CSU sind, fällt das Ergebnis eigentlich in jeder halben Dekade gleich aus. Gelernt hat man diese Abstimmungsmethoden übrigens in der früheren DDR und sie nur noch etwas verfeinert.

Man kennt ja aus demokratischen Systemen, dass nicht zu viel Macht in den Händen nur einer Person liegen soll. Deshalb haben die Bayern etwas ganz unübliches eingeführt und die Macht auf mehrere Schultern verteilt. Nämlich auf den Vorsitzenden der CSU, den Erzbischof von München und Freising und den Vorstand des FC Bayern München. Die Amtsinhaber der staatlichen Gewalten genießen Immunität, wie man aktuell am Beispiel von Franz Beckenbauer in Sachen Schmiergeldaffäre DFB sieht. Die Aufhebung der Immunität kann zwar vom Bayrischen Landtag beantragt werden, die Entscheidung darüber fällt der Betroffene jedoch grundsätzlich selbst.

Aber Bayern hat nicht nur positives, sondern teilweise auch negative Seiten. Bier zum Beispiel darf dort rund um die Uhr konsumiert werden. Bier ist nämlich in Bayern kein einfaches Getränk, sondern ein unverzichtbares Grundnahrungsmittel, dass jedem Bürger laut Gesetz in unbegrenzter Menge zur Verfügung zu stehen hat. Bier prägt Grundwerte wie Kultur, Religion und Politik und hilft bei der Abschottung von der westlichen wirklichen Zivilisation. Bei dieser Abschottung hilft dem Bayern seine eigentümlich kehlig klingende „Sprache“, von der wir Preußen oft glauben dass der Bayer sich lediglich nicht entscheiden kann, ob er nun sprechen oder rülpsen soll.

In Bayern kann, anders als in unseren zivilisierten Ländern, auch nicht jeder Fernsehsender empfangen werden, Was zum einen an den angrenzenden Hügeln namens Alpen liegt, zum anderen an den etwas prüden Ansichten der Bayern. Die ARD zum Beispiel ist kein Sender für einen Bajuwaren, da werden Bayern grundsätzlich nur schlecht gemacht, ebenso beim ZDF, Sat 1, RTL, VOX, Pro 7 und ARTE. Der Bayer sieht sich lieber Kultursendungen auf Super RTL an und wenn er Glück hat, dann wohnt er mitten in München wo man mittlerweile auch schon 2 Kilometer Glasfaserkabel verbuddelt hat, um sich Reportagen auf Kabel 1 ansehen zu können.

Aber dem Bayern liegt eigentlich auch weniger am Fernsehen, lieber säuft er. Dazu haben die urzeitlichen Vorfahren des Bergvolks eigens ein Fest erfunden, das Oktoberfest. Das Oktoberfest ist ein alljährlich wiederkehrendes Volksbesäufnis mitten in München und beginnt, um uns Preußen von einem Besuch abzuhalten und entgegen seines Namens, mit schöner Regelmäßigkeit immer im September. In der Beziehung ist der Bayer erfinderisch, denn wenn ihm einer sein Bier wegsaufen will, dann wird er schnell grantlig.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde das Oktoberfest übrigens an den Wänden der Cheops-Pyramide etwa 1500 v. Christus, wahrscheinliche Verfasser sind Asterix und Obelix. Vom ersten Tag des ersten Oktoberfestes an wurde Bier in Eimern zum Wildschwein gereicht, später kredenzte man mangels wilden Schweinen Brathendl und eklige gekochte Würste dazu, die der Bayer am liebsten aus der Pelle lutscht. Naja, dem Bergvolk schmeckts und mangels leckerer und genießbarer Lebensmittel wird diese Tradition – zumindest von den wenigen verbliebenen Einheimischen – auch heute noch aufrecht erhalten.

Sie sind schon ein komisches Völkchen, diese Bayern. Und mindestens 2 Wochen müssen sie mich auch noch ertragen…