Blog Adventskalender 2016 – 19. Söckchen: 5 Fakten über Weihnachten

Nachdem ich im vergangenen Jahr zum ersten Mal beim Blog Adventskalender von Alex mitgemacht habe, stand das diesjährige zweite Mal noch Ende November in den Sternen. Denn erst kurz vor dem Start waren 24 Blogger zusammen, die auch die achte Auflage des Adventskalenders sicherten. Und ich bin heute die Nummer 19 und wie im vergangenen Jahr gibt es wieder etwas lehrreiches.

Der Weihnachtsbaum
Jedes Jahr an Weihnachten steht nicht nur bei den allermeisten Bundesbürgern ein mehr oder weniger festlich geschmückter Tannenbaum in der Wohnung. Dieser Brauch ist eigentlich noch ziemlich jung, er entstand zunächst bei uns in Deutschland und verbreitete sich erst im 19. Jahrhundert über die ganze Welt. Erstmals schriftlich erwähnt wurde ein Weihnachtsbaum im Jahr 1527 in Mainz, 1611 soll Herzogin Dorothea Sibylle von Schlesien den ersten Weihnachtsbaum mit Kerzen geschmückt haben.

Im 18. Jahrhundert waren es vor allem Protestanten, die sich einen Weihnachtsbaum ins Haus holten. Da Nadelbäume aber recht teuer waren, konnten sich den Brauch zunächst nur die Reichen erlauben. Heutzutage sind Christbäume in Deutschland zu relativ moderaten Preisen zu haben. Jedes Jahr werden etwa 30 Millionen Nadelbäume verkauft, von denen allerdings rund 5 Millionen Bäume aus Dänemark importiert werden müssen. Die beliebteste Art ist mit über 70% Marktanteil die Nordmanntanne, die bevorzugte Größe bei uns Deutschen liegt zwischen 1,50 und 2 Metern.

Das Lametta
Kennt ihr noch Opa Hoppenstedt aus dem Loriot-Sketch? Der pflegte zu sagen: „Früher war mehr Lametta.“ Ganz unrecht hatte er damit nicht, denn die Lametta-Produktion ist bei uns in Deutschland seit längerem rückläufig. In den vergangenen 20 Jahren wurden fast 70 Prozent weniger Lametta produziert. Scheinbar sind die vorrangig gold- oder silberfarbenen Metallstreifen bei jüngeren Leuten nicht mehr so beliebt. Das Lametta sollte ursprünglich Eiszapfen darstellen und vielleicht haben jüngere Leute einfach nur Angst, dass das Lametta angesichts beheizter Wohnungen und Häuser wegschmilzt.

Heutzutage schmückt man seinen Weihnachtsbaum entweder relativ zurückhaltend oder auch so bunt wie möglich. Nur eben lieber ohne Lametta. Aber da sich ja jeder Trend irgendwann wiederholt, erlebt vielleicht auch wieder das Lametta eine Wiederauferstehung. Das Wort Lametta ist übrigens die Verkleinerungsform des italienischen Wortes „Lama“ ab, was schlicht und einfach Metallblatt bedeutet. War bei euch eigentlich früher auch mehr Lametta?

Die Heiligen drei Könige
Sie hießen Caspar, Melchior und Balthasar, hatten Gold, Weihrauch und Myrrhe in der Geschenktruhe und stammten aus dem Morgenland. Angeblich… Jeder weiß um wen es sich hier handelt, natürlich die Heiligen drei Könige. Doch gab es dieses Trio wirklich? In den verschiedenen Aufzeichnungen über Jesus Geburt berichtet nämlich nur der Evangelist Matthäus von den fremden Besuchern. Und bei ihm werden auch nur „Sterndeuter aus dem Osten“ erwähnt, weder über ihre Anzahl noch ihren Stand ist bei Matthäus etwas zu erfahren.

Vielleicht waren sie wirklich Könige, heilig aber mit Sicherheit nicht. Dazu bedarf es nämlich der Heiligsprechung durch die katholische Kirche. Vor 852 Jahren, im Juli 1164, brachte Erzbischof Rainald von Dassel die Gebeine zu uns nach Köln. Zwischen 1190 und 1225 wurde durch den Goldschmied Nikolaus von Verdun ein wunderschöner Goldschrein für die Gebeine gefertigt und dieser Schrein ist wohl auch dafür mitverantwortlich, das ab dem Jahr 1248 der Kölner Dom errichtet wurde.

Innerhalb unseres gotischen Doms hatte der Schrein übrigens unterschiedliche Standorte, seinen heutigen zentralen Platz hinter dem Hochaltar nimmt er seit dem Jahr 1948 ein. Bei einer Untersuchung der Skelette vor etwa 150 Jahren fanden Forscher neben ein paar fremden Knochenteilen auch die fast vollständigen Skelette eines etwa 12-jährigen Jungen und zweier etwa 30 und 50 Jahre alter Männer. Und ob sie nun wirklich die heiligen 3 Könige waren oder nicht, die Legende lebt auf jeden Fall weiter.

Die Geschenke
Angesichts der Tatsache das der Pflanzenriese Fleurop sich schon einen eigenen Feiertag sicherte könnte man nun denken, das die Tradition sich an Weihnachten zu beschenken eine Erfindung des Einzelhandels wäre. Aber Pustekuchen, diese Tradition reicht schon bis zu den ollen­ Römern zurück, die sich durch gegenseitige Geschenke Glück und Gesundheit für das neue Jahr erhofften. Dieser Brauch setzte sich über verschiedene Kulturen und Länder fort und seither beschenken sich die Menschen an Weihnachten.

Die Bescherung und dem Weihnachtsbaum, wie sie heute noch sehr oft praktiziert wird, ist allerdings erst im 18. Jahrhundert entstanden und hat sich auch seither kaum verändert. Im Gegensatz zu den Geschenken. Gab es noch zu meiner Jugendzeit auch noch Geschenke, die eventuell auch einen pädagogischen Zweck erfüllen sollten, werden heute die Forderungen Wünsche der Kleinen und etwas größeren in den allermeisten Fällen auch erfüllt. Natürlich nur solange dies auch der Geldbeutel mitmacht.

Freute man sich noch zu meiner Zeit über „richtiges Spielzeug“, muss heute in vielen Fällen die Unterhaltungs- Und Kommunikationsindustrie vor den Festtagen Überstunden schieben, damit die Nachfrage auch erfüllt werden kann. Natürlich möchte man gerade Weihnachten nicht enttäuschen, allerdings hat das ganze eine Entwicklung genommen, die mir persönlich etwas suspekt ist. Und die ich auch nicht mitmache, da bin ich eisern!

Das Weihnachtsessen
Das was mir an den Feiertagen am meisten auf den faltigen Hautfortsatz zwischen den Oberschenkeln geht sind diese Fressgelage. Warum man diese Mengen auftischen muss, bleibt mir unergründlich. Doch leider werde ich das im Familien- und Freundeskreis auch nicht mehr ändern. Festzuhalten bleibt, dass das liebste Weihnachtsessen der Deutschen immer noch der Gänsebraten ist. In der Regel wird der Flattermann gefüllt und dazu gibt es Rotkohl und Klöße.

Der Ursprung der Weihnachtsgans geht übrigens auf den katholischen Brauch der Martinsgans zurück, die vor Beginn der adventlichen Fastenzeit am 11. November gegessen wird. An Heiligabend endet diese und es gab/gibt wieder Gänsebraten. Doch es gibt auch viele die es etwas weniger opulent mögen, dort werden Würstchen mit Kartoffelsalat serviert. In Süd- und Ostdeutschland sowie in Österreich ist zudem der Karpfen als Festtagsessen sehr beliebt. Was gibt es denn bei euch?

So, jetzt bleibt mir nichts mehr übrig als euch und euren Familien ein paar schöne, ruhige Feiertage zu wünschen. Futtert nicht zu viel, trinkt in Massen Maßen und genießt die freien Tage. Das morgige Törchen wird entweder bei worksucks, adelhaid oder dem gedankenschreiber geöffnet.

Die coolste Weihnachtskrippe von Köln

weihnachten

Weihnachten ist ja gerade erst vorbei und ich bin ja – wie bekannt – kein Weihnachtsfreak. Aber in meiner Jugend da war das etwas anderes…

Da wurden in der Vorweihnachtszeit Plätzchen gebacken, deren Lebensdauer nur geringfügig über dem des Backvorgangs lag. Da war man mindestens zwei Wochen vor den Festtagen schon ganz hibbelig, ob denn endlich auch Schnee fallen würde. Und wenn er dann fiel, dann hatte man meistens Grippe. Und das ungewisse Gefühl im Bauch, was denn wohl das Christkindchen für einen vorbei bringen würde.

Kurz vor Weihnachten stellte mein Vater die Krippe, die mein Opa kurz nach dem Krieg mal selbst gebastelt hatte, im Wohnzimmer auf. Viele Krippen sind langweilig, aber unsere war das nicht. Wegen den mordstollen Figuren darin, aus Ton gegossen… Ich habe einmal den Josef und das Christkindchen auf den alten Ölofen gestellt damit sie es schön warm haben sollten.

Allerdings ist es dem Christkindchen buchstäblich schwarz vor Augen geworden. Vielleicht hat es sich auch nur erschrocken als der Josef beschloß, sich mit einem ziemlich lauten Knall in viele kleine Trümmer zu zerlegen. Ein Teil von ihm ist bis in den Plätzchenteig geflogen und das war kein schöner Anblick. Meine Mutter hat dann mit mir geschimpft und gesagt, dass nicht einmal die Heiligen vor mir sicher wären. Aber sie hat es sicher nicht so gemeint…

Wenn Maria ohne Mann und ohne Kind herumsteht, sieht das allerdings ziemlich blöd aus. Da fehlt dann irgendwie etwas… Aber ich habe Gott sei Dank viele Figuren in meiner Spielzeugkiste gehabt und der Josef war ab da Donald Duck. Als Christkind wollte ich den Asterix nehmen, weil der als einziger so klein war dass er in den Futtertrog gepasst hätte. Doch da hat meine Mutter gesagt, man könne doch als Christkind keinen Asterix nehmen, da wäre ja das verkokelte Christkindchen noch besser.

Ich hab mir das dann mal durch den Kopf gehen lassen und bin zu der Entscheidung gelangt, dass die Mama recht hatte. Es war zwar jetzt schwarz, aber immerhin ein Christkind. Hinter dem Christkindchen, Donald Duck Josef und Maria standen noch zwei Ochsen, ein Esel, ein Nilpferd und ein Brontosaurier. Das Nilpferd und den Brontosaurier habe ich dazu gestellt, weil die anderen Viecher alleine mir zu langweilig waren.

Links neben dem Stall standen immer die heiligen drei Könige. Einer von den Königen (ich glaub es war der Neger…) ist meiner Mutter beim Staub wischen mal herunter gefallen und auf dem Boden zerschellt. Aber wozu hatte ich denn meine Spielzeugkiste? Ab da hatten wir dann nur noch zwei heilige Könige und einen heiligen Batman als Bewacher Ersatz.

Normal haben die heiligen drei Könige einen Haufen Zeug für das Christkind dabei, nämlich Gold, Weihrauch und Pürree oder so ähnlich. Unsere hatten statt Gold eine ganze Schatzkiste von den Piraten dabei, einer hatte eine Zigarette in der Hand, weil meine Mutter damals kein Weihrauch auftreiben konnte. Die Zigarette qualmte auch schön, allerdings passte sie nicht ganz im Maßstab.

Der heilige Batman konnte im übrigen das Christkindchen vor dem Brontoaurier beschützen, praktisch denken war schon immer meine Stärke. Hinter den drei Heiligen standen immer ein paar rothäutige Indianer, die wohl jedes Kind von damals in der Spielzeugsammlung hatte. Und so ein käseweißer Engel. Dem Engel war bei einem Gemetzel mit den Indianern allerdings ein Fuß abgebrochen. Deshalb habe ich ihn auf ein Blechmotorrad gesetzt, damit er nicht so lange stehen musste.

Obwohl… Wenn ich heute so darüber nachdenke, hätte er ja auch die ganze Zeit schweben können. Egal, sah auf jeden Fall cool aus! Rechts neben dem Stall hatte ich noch Rotkäppchen und den Wolf hingestellt. Das ging aber auf einen Vorschlag meiner Schwester zurück. Passte aber irgendwie gar nicht zu Batman, dem Brontosaurus und den Indianern. Rotkäppchen habe ich dann heimlich in den Mülleimer geschmissen und meiner Schwester hab ich erzählt, der Brontosaurus hätte es gefressen…

Auf jeden Fall hatten wir auch ohne das blöde Rotkäppchen die coolste Weihnachtskrippe von allen. Und das mit dem Rotkäppchen bleibt unter uns, meiner Schwester hab ich die Wahrheit nämlich nie erzählt…

Wie in jedem Jahr…

…mache ich auch 2015 zumindest über die Weihnachtsfeiertage ein paar Tage Blogpause. Deshalb wünsche ich euch und euren Familien schon jetzt ein paar schöne und möglichst ruhige Feiertage, lasst euch reich beschenken und trinkt nichts was ich nicht auch trinken würde. Bis dahin…

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