kölsch

Frauen denken viel zu viel nach. Wenn mich zum Beispiel ein Kneipier fragt ob ich noch ein Kölsch trinken möchte, dann antworte ich: „Sicher dat!“ oder alternativ dazu ein kurzes „Jo.“ Dafür muss ich im Normalfall auch nicht lange überlegen. Fragt er aber zum Beispiel die bessere Hälfte ob sie noch ein Sektchen trinken möchte, kann er sich locker hinter der Theke die Fingernägel schneiden oder sogar ein ausgiebiges Vollbad nehmen.

Sie fängt dann tatsächlich an, über diese doch recht einfach formulierte Frage ihre Lebensgeschichte zu überdenken. „Jaaaa, ich weiß nicht…“ „Ich bin ja gar nicht richtig dafür angezogen“ oder „Ich hab ja nächste Woche noch einen Frisörtermin“ – um nur einige Varianten zu nennen. Das sind dann die Momente, wo ich ernsthaft darüber nachdenke, weshalb ich nicht nach Australien auswandere. Alleine…

Meistens kümmere ich mich gar nicht weiter darum. Ich beobachte dann nur die entgleisenden Gesichtszüge des Bierwächters und denke mir dabei, das er die bessere Hälfte ja quasi zu dieser Antwort genötigt hat. Welcher normal denkende Mann stellt schon einer Frau eine Frage, auf die er auch noch allen ernstes eine Antwort erwartet? Und besser er setzt sich damit auseinander als ich… Naja, er ist noch jung…

In der Zwischenzeit habe ich ja dann auch Zeit, mich den wirklich wichtigen Dingen des Lebens zu widmen. Also jetzt Schluß mit dem langsamen warmtrinken, wir gehen jetzt in die solide Schwippsphase über und überlassen die Dame des Hauses weiter ihrem Schicksal dem Wirt. Mit einem kurzen Blick zur Seite registriere ich, dass der Kneipenfürst kurz vor einem Tränenausbruch steht. Fragend sieht er mich an, doch ich ignoriere ihn schulterzuckend. Selbst schuld, Junge…

Weitere 5 Kölsch später höre ich ein „Meinst du wirklich, ich sollte noch etwas trinken?“ und spucke mir vor Erheiterung fast ins Glas. „Diskutieren die etwa immer noch über ihr Getränk?“ denke ich so bei mir, vermeide aber den direkten Blick zum Weibchen, um ja kein Aufsehen zu erregen. Und ich werde ja auch weiterhin mit flüssigem versorgt…

Doch nach einigen weiteren leckeren Obergärigen überkommt mich dann aber doch ein Mitleidsanfall. Da diese Diskussion wahrscheinlich heute Abend sowieso nichts mehr bringt, erlöse ich den ob der letzten halben Stunde sichtbar aufgelösten Herrn hinter der Theke mit einem einfachen: „Sollen wir nach Hause gehen, Schatz?“

Dankbar kredenzt er mir ein letztes Kölsch aufs Haus bevor wir uns auf den Heimweg machen. Ihre Frage, ob wir noch woanders einkehren sollen, beantworte ich mit einem knappen: „Nein!“ Schließlich muss ja einer aus der Familie auch schnelle Entscheidungen treffen können…

Mein Name ist Hans

Willkommen in der Quetschkommo.de. Hier berichte ich über alles was mir so in den Sinn kommt. Etwas mehr über mich kannst du hier erfahren und wo ich sonst noch so im Netz vertreten bin erfährst du mit einem Klick auf diesen Link. Wenn es dir hier gefällt komm ruhig wieder vorbei, ich würde mich freuen. Oder abonniere doch einfach den RSS-Feed dieses Blogs, um immer auf dem Laufenden zu bleiben.

Dieser Beitrag wurde 2 mal kommentiert

  1. Alex

    Immer wieder gut geschrieben und unterhaltsam, deine Anekdoten aus dem Leben. Und ich bleibe dabei… bei offenesblog.de ist und bleibt die Tür für dich stets offen! :D

    • Hans

      Ich halte es mal im Hinterkopf Alex, schaun mer mal ob sich etwas ergibt…