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Techno, diese Musikrichtung die von älteren Mitbürgern manchmal auch abfällig „Musik für Doofe“ genannt wurde, lag ja mal voll im Trend.

Techno wurde vor Jahrzehnten in der damaligen DDR, während des kalten Kriegs, zur Störung des westlichen Funkverkehrs entwickelt. Und praktischerweise ist dies eine Musikrichtung, die man selbst mit einem simplen handelsüblichen Toaster nachahmen kann. Auch mit Kaffeemaschinen, Mikrowellen-Türen, Obstpressen oder ähnlichen Haushaltsgeräten wurden schon durchaus anhörbare Ergebnisse erzielt.

Techno führte allerdings auch dazu, dass die meisten Raver, so nennt man die wild umher zappelnden Jünger dieser Musiksekte, Drogen brauchten um diese musikalische Einseitigkeit zu überstehen. Es kam nicht selten vor, dass sich ein Raver nach dem „Genuß“ dieser Musik von einem Hochhaus stürzte, weil sich ein extremes Gefühl der Leichtigkeit einstellte. Daher auch der Name Raver (Raven: engl. für Rabe). Erfolgreiche Flugversuche wurden allerdings noch nicht beobachtet…

Heute wird Technolärm nur noch zur professionellen Ruhestörung, meist zwischen 2 und 5 Uhr morgens, in leerstehenden Berliner Plattenbauten, sogenannten Szene-Clubs, eingesetzt. Erkennungszeichen eines sogenannten Szene-Clubs ist das kontinuierliche abspielen des immer gleichen Musikstücks, mit zwischen etwa 122 und 1000 Beats pro Minute.

Selbst in unseren rheinischen Gefilden wurden schon Raver gesichtet. Und dies zu allem Frevel auch noch in Vorort-Karnevalszügen. Dort versuchten sie sich bei dem in großer Anzahl umher stehenden jugendlichen Fußvolk dadurch beliebt zu machen, dass sie anstatt Kamelle kleine Pillen mit Smilies drauf sowie mitgeführte Bierdosen in großer Menge generös zu verteilen. Aber das nur nebenbei…

Die Techno-Jünger sind meistens gut gelaunt und spazieren von Club zu Club. Dabei dröhnen sie sich kontinuierlich voll, bleiben aber auch in diesem Zustand immer freundlich. Sie schlagen sich nicht und grinsen immer. Vielleicht liegt das auch daran, dass sie keine Zeit mit dem auswendig lernen von Liedtexten verschwenden müssen.

Die Texte eines Technotitels sind nämlich eher einfach aufgebaut, was dem Zustand einzelner Raver durchaus entgegen kommt. Um dies zu belegen, hier ein Textbeispiel aus einem Technoklassiker: Utz utz utz, boomboom, schabbadda, utz utz utz, boomboom, schabbadda… Dieses wiederholt sich im 10-Sekunden-Takt und schließt meist nach etwa einer Viertelstunde mit einem ohrenbetäubenden „bambambaaam“.

Auch die Zeltindustrie profitierte jahrelang von den Techno-Jüngern und machte jährlich einen Umsatz von mehreren Milliarden Euro, indem Zweimannzelte in schlabbrige Hosen umgearbeitet wurden. Die Stars dieser Szene haben sich während dieser Hochzeit des Technos durchaus einen Namen gemacht.

Sie drehten vorwiegend zu nächtlicher Stunde in den schon weiter oben erwähnten Szene-Clubs wie wild an schwarzen Vinylscheiben, um dann mittels defekter Hochspannungstransformatoren russischer Bauart hochfrequente elektromagnetische Schwingungen zu erzeugen und direkt in eine Verstärkeranlage einzuspeisen. Begleitend hierzu konnte man auch auf leere Blechbehälter oder lebende Katzen einschlagen, um dadurch einen Rhythmus zu imitieren.

Aber heute scheint Techno fast ausgestorben zu sein, da hört die Jugend lieber Justin Bieber…

Mein Name ist Hans

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Dieser Beitrag wurde 1 mal kommentiert

  1. Alex

    Man kann sich fragen was besser, ehhh… schlimmer ist. Aber ich hätte es da noch eher mit der heutigen als damaligen Jugend. Wobei… liebe jungen Leut… hört doch einfach gleich ordentliche Musik. Dazu gehören Gitarren, Schlagzeug und ein ordentlicher Sänger/in. Ganz einfach! :)