Der deutsche Personalausweis

no commentJetzt habe ich auch eine neuen Personalausweis.

Denn der alte Perso war doch schon einige Zeit abgelaufen. Und wann guckt Mann schon mal auf seinen Ausweis? Letztens wurde ich dann in einem Hotel darauf aufmerksam gemacht und da musste eben ein neuer her. Verbunden mit 20 Euronen Ordnungsgeld… Doch wenn ich mal so drüber nachdenke, wer alles mir einem deutschen Personalausweis durch die Lande trabt…

Vor langer Zeit zum Beispiel hatte ich da mal wieder ein Erlebnis der besonderen Art. Zu dieser Zeit wurden einige Filialen einer unserer Großkunden geschlossen, weil zu zu klein und unrentabel geworden sind. In diesen Filialen huschten dann immer jede Menge Handwerker und Helfer herum, um diese Objekte wieder in den Ursprungszustand zurück zu versetzen.

Nachdem ich also dort angekommen war, packte ich mir einen dieser Helferlein und erklärte ihm, was von unserer Seite aus zu erledigen wäre. Er stand grinsend neben mir und hatte scheinbar Spaß daran, dass jemand mit ihm redete. Jedenfalls hatte ich so den Eindruck. Nachdem ich mit meinen Ausführungen fertig war, fragte ich das Helferlein, ob er auch alles verstanden hätte. Doch er grinste mich nur an…

Insgeheim fragte ich mich, ob man diesem Mitmenschen vielleicht etwas ins Essen gemischt oder er gar etwas verbotenes geraucht hatte, weil sein Gesichtsausdruck sich überhaupt nicht veränderte. Vielleicht war er ja auch geliftet und dem operierenden Arzt war ein kleines Mißgeschick passiert. Diesen Gedanken verwarf ich aber angesichts seines relativ jugendlichen Aussehens schnell wieder.

Da stand dann also dieser Grinsekater neben mir und bewegte die Lippen nicht. Ob er etwa stumm war? Ich wiederholte meine Frage nochmals und wartete auf eine Reaktion. Aber nichts tat sich… Als ich ihn fragend anschaute, kommt plötzlich ein hörbares “Da” aus seinem Mund. “Auch das noch” dachte ich so bei mir, “jetzt muss ich auch noch russisch lernen.”

Einer seiner Kollegen hatte unsere “Unterhaltung” wohl mitbekommen und kam auf uns zu. “Kollege nicht gut deutsch, Chef!” hörte ich von ihn sagen und “Was soll Mann Arbeit?” Naja, dann habe ich ihm also nochmal meinen ganzen Vortrag runtergebetet in der Hoffnung, dass er es seinem Landsmann übersetzt. Hat er dann auch getan… Auf meine anschließende Frage ob die beiden aus Russland kämen, antwortete er dann mit “ja”.

Russland… das hatte mein sprachloses Helferlein offensichtlich verstanden. Er wühlte hektisch in seiner Jackentasche und holte etwas hervor, dass wie eine Brieftasche aussah. Daraus holte er dann einen deutschen Personalausweis, hiet ihn mir unter den Rüssel und sagte freudestrahlend: “Ich Germansky!!”

Den Personalausweis hatte er aber sicherlich nur irgendwo an der Schießbude gewonnen. Was meint ihr? Äh, das hat jetzt nichts mit Ausländerfeindlichkeit zu tun, nicht dass jemand noch etwas falsches denkt…

Die Simson Schwalbe

Simson Schwalbe KR 51/1 K, wobei das “K” für Komfort steht, wurde von 1968 bis 1980 zuerst im VEB Fahrzeug- und Gerätewerk Simson in Suhl, später dann im IFA-Kombinat VEB Fahrzeug und Jagdwaffenwerk “Ernst Thälmann” hergestellt. Immerhin 375.000 Stück wurden von dem Roller gebaut. Im Jahr 1968 zur Einführung der Schwalbe kostete das Stückchen DDR-Entwicklung satte 1265 Alu-Chips Mark.

Seit fast 50 Jahren gibt es die Simson Schwalbe nun und von den 375.000 gebauten Exemplaren dürften noch einige übrig sein, die mittlerweile Sammlerwert haben. Und heutige Fahrer profitieren noch immer von einem alten Ost-Gesetz. Zwar stinkt und knattert die Schwalbe wie eine Blechbüchse, darf aber im Gegensatz zu heutigen Mopedrollern anstatt 45 km/h sogar 60 km/h fahren. Dem Einigungsvertrag sei Dank…

3,6 Pferdestärken und unnachahmlich heulende 5750 Umdrehungen pro Minute verhelfen dem Einzylinder-Zweitaktmotor dazu und die drei vorhandenen Gänge schaltet man mit dem Fuß. Dieses gut erhaltene oder zumindest schön restaurierte Exemplar habe ich gestern verlassen in einem Hinterhof entdeckt.

simson schwalbe

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