Tschö Poldi

130 Länderspiele, das muss man erst mal schaffen!

Und auch wenn du bei der letzten WM als Maskottchen abqualifiziert wurdest, du warst in den vergangenen 13 Jahren ein wichtiger Bestandteil der Nationalmannschaft. 48 49 Tore hast du für Deutschland geschossen, auch das haben nicht viele geschafft. Und dein letztes gestern Abend war nochmal ein richtiges Traumtor. Der Nationalmannschaft wird zukünftig ein Linksfuß mit einer großartigen Schußtechnik fehlen. Du hast dir nie etwas gefallen lassen, hast auch unserem damaligen Capitano Michael Ballack auf dem Spielfeld mal eine geknallt.

Du bist mit Bayern München Deutscher Meister und DFB-Pokal-Sieger geworden, hast mit Arsenal London den englischen FA Cup geholt und mit Galatasaray Istanbul den türkischen Pokal und zweimal den Supercup gewonnen. Du bist Weltmeister und Vize-Europameister geworden und wurdest bei der WM 2006 zum besten jungen Spieler gewählt. Vor zwei eher unbekannten namens Lionel Messi und Cristiano Ronaldo… Für eine Fußballerkarriere recht ansehnliche Erfolge, nur mit deinem geliebten 1.FC Köln hat es “nur” zur Zweitligameisterschaft 2005 und dem damit verbundenen Aufstieg gereicht.

Doch meistens warst du die immer grinsende Frohnatur, die vor allem immer Spaß am Spiel hatte. Auch wenn du in den letzten Jahren in der Nationalelf oft nur auf der Reservebank gesessen hast, auf dich war immer Verlass. Du hattest in den 13 Jahren mehr als einen lockeren Spruch auf den Lippen und du warst nie unnahbar. So einen wie dich wird die Nationalmannschaft sicher vermissen, doch du hast dir deinen internationalen Abschied redlich verdient.

Tschö Poldi und viel Erfolg in Japan.

Beitragsfoto: © Wikipedia

Nie mehr Podolski für Deutschland

Eigentlich war es eine logische Entscheidung.

Denn wenn man ehrlich ist, dann hat Lukas Josef Podolski oder kurz Poldi, schon seit der erfolgreichen WM 2014 keine wirklichen Chancen mehr, Stammspieler in der Nationalmannschaft zu sein. Doch wenn man bedenkt, dass er immerhin über 12 Jahre bis auf wenige Verletzungspausen immer im Kader unserer Nationalkicker stand, in immerhin 12 Jahren satte 129 Nationalmannschaftseinsätze hatte und nicht zu vergessen mit 48 erzielten Toren im Nationaldress immerhin viertbester deutscher Torschütze aller Zeiten ist, dann hat unser Kölner Prinzchen doch schon einiges für Deutschland geleistet.

Das seine Zeit in der Nationalmannschaft vorbei ist hat er – anders als einige Vorgänger – gerade noch rechtzeitig genug bemerkt. So ein Abschied ist allemal anständiger als später einfach nicht mehr berücksichtigt zu werden. Für viele war er in den vergangenen 2 Jahren ja schon eher nur der Spaßmacher und das Maskottchen der Mannschaft, Begriffe mit denen man ihm in meinen Augen Unrecht tut. Denn wie gestern Bundes-Jogi Löw bemerkte, war immer und jederzeit Verlaß auf ihn und er war immer mit Eifer und Ehrgeiz bei der Sache.

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Bildquelle: Wikipedia Michael Schilling

Aber mit nun 31 Jahren war er über ein Drittel seiner Lebenszeit in der Nationalmannschaft vertreten und da darf man zumindest international ruhig mal die Füße hoch legen. Lieber Poldi, genieß deine letzten Jahre in der Türkei und danke für deinen Einsatz und deine Leistungen. Die kommenden Länderspiele kannst du dir ja dann mit deinem Kumpel Schweini bei einem Bierchen ansehen.

P.S. Zu deinem Abschiedsspiel, dass du dir redlich verdient hast, werde ich sicherlich auch kommen.

Nur kein Neid auf den FC Bayern München

fussball

Sicherlich kann man über die Einkaufspolitik des FC Bayern München geteilter Meinung sein.

Die Fans der Bayern sind natürlich happy, wenn die vermeintlich besten verfügbaren Spieler den Kader verstärken. Die Fans der anderen – zumindest deutschen – Mannschaften sehen das zumeist etwas anders denn sie argumentieren, dass die Münchner mit Vorliebe ihren Konkurrenten die besten Spieler wegkaufen um sie so zu schwächen. Beispiele dafür gibt es fast schon dutzendfach, denn schon vor Jahrzehnten wurden auf diese Art und Weise Spieler verpflichtet, um dann auf der Reservebank der Bayern zu versauern.

Spieler wie Kalle Del’Haye Mitte der 80er Jahre, aber auch Lukas Podolski und Mario Götze sind dafür beispielhaft. Sicherlich werden beim dem ein oder anderen Transfer auch diese Gedanken mit im Spiel gewesen sein, doch sind wir doch mal ehrlich: Der FC Bayern ist für einen Spieler die beste und vielleicht auch einzige Möglichkeit, einmal einen oder sogar mehrere Titel zu gewinnen. Das ist ein knallharter “Überlebenskampf” im Kader, wahrscheinlich viel intensiver als bei anderen deutschen Bundesligateams.

Die Bayern haben sich natürlich auch über die Jahrzehnte eine wirtschaftliche Ausnahmestellung erarbeitet und dank eines cleveren Managers namens Uli Hoeneß wurde diese Ausnahmestellung immer weiter ausgebaut. Heute ist eben diese Mannschaft so überlegen, dass es quasi in der Bundesliga nur einen vermeintlichen Gegner gibt der den Bayern eventuell einmal halbwegs Gegenwehr bieten kann. Doch dieser nationale Titel den die Mannschaft sich natürlich redlich verdient hat, ist für den FC Bayern nur mittel zum Zweck für höhere Aufgaben, sprich die Champions League.

Und dieses Ziel verfolgt man weiterhin mit allen Mitteln. So verpflichtete man gestern den 18-jährigen Portugiesen Sanches von Benfica Lissabon für 35 Millionen Euro und auch der Wechsel von Mats Hummels vom Liga-Konkurrenten Borussia Dortmund wurde nun endgültig bestätigt. Laut Sport Bild wird der Nationalspieler für 38 Millionen Euro zum Rekordmeister wechseln. 73 Millionen Euro für 2 Transfers, da staunt zumindest der deutsche Fan, schlackert mit den Ohren und denkt sich: So etwas müsste mein Verein auch mal hin bekommen. Leider ein Wunschtraum, jedenfalls für die meisten.

Da freut man sich höchstens mit einem lachenden und weinenden Auge darüber, dass einem die Bayern einen Spieler abkaufen damit es etwas in der Kasse klingelt. Denn eine wirtschaftliche Chance gegen diesen Über-Verein hat eventuell mit Ausnahme von Borussia Dortmund niemand mehr. Selbst die “Werksclubs” aus Leverkusen und Wolfsburg können da nicht mehr mithalten, ob der durch die einzelnen unterklassigen Ligen geprügelte seelenlose Brause-Club des Aufsteigers RB Leipzig auch bei solchen Summen noch mithält wird erst die Zukunft zeigen.

Sicherlich wird die Liga an sich nicht interessanter, wenn nur eine oder zwei Mannschaften überragen, der Rest ansonsten nur froh ist wenn er den Spitzenteams mal ein Bein stellen kann oder wenigstens nicht zweistellig verliert. Man kann es keinem Spieler verdenken, wenn er sich bei den Bayern beweisen möchte und sich auch wirtschaftlich in eine andere Liga begibt. Konkurrenz in wirtschaftlicher Hinsicht haben die Bayern weltweit gesehen nur auf der englischen Insel, deren Vereine dank eines immensen TV-Vertrags geradezu im Geld schwimmen und die selbst für “durchschnittliche” Spieler noch wahnsinnige Summen auf den Tisch des Hauses legen.

Sorgen um eine Abwerbung von Spielern müssen sich nur die anderen deutschen Vereine machen, deren überdurchschnittliche Spieler nur dank ihrer in den Verträgen verankerter Ausstiegsklauseln überhaupt noch gehalten werden können. Da darf man sich dann nur noch freuen, dass wenigstens die festgeschriebene Ablösesumme ein wenig die Kasse klingeln lässt. Doch die bezahlen die Bayern aus der berühmten Portokasse und die Engländer fragen sich höchstens, ob das ein Druckfehler ist.

Da wächst natürlich der Neid beim Nicht-Bayern-Fan, doch diesen Neid hat sich der FC Bayern redlich erarbeitet. Der wechselnde Spieler muss sich eigentlich nur noch fragen, ob er eine Mannschaft verlassen möchte wo er ein Star war und ob er zukünftig damit klar kommt, nur einer unter vielen Stars zu sein. Finanziell gesehen keine Frage, für einige aber wichtig fürs Ego. Und die anderen Liga-Vereine müssen sich fragen, ob man überhaupt noch eine Möglichkeit bekommt, den Bayern jemals zumindest annähernd Paroli zu bieten.

Vielleicht sollte man auch den Vorschlag mal wieder diskutieren, den Uli Hoeneß schon vor Jahren machte. Nämlich nur die europäischen Top-Clubs der jeweiligen Länder in einer eigenen Liga spielen zu lassen. Wenigstens die Bundesliga würde dann wieder interessanter, wenn der Deutsche Meister nicht schon vor dem ersten Spieltag feststände…

Und nein, ich habe nicht den Verein gewechselt. Ich bin und bleibe Fan des #effzeh, daran wird sich auch nichts ändern!