fahrradIch bin ja immer noch Fan.

Trotz der ganzen Dopingskandale die den Radsport vor einigen Jahren geradezu erschüttert haben, schaue ich mir immer noch zumindest die großen Rundfahrten wie Giro d’Italia, Vuelta oder wie jetzt aktuell die Tour de France an. Es wird auch in Zukunft sicher noch vereinzelte Dopingfälle geben, allerdings sind die im Moment in der Leichtathletik deutlich mehr zu verzeichnen als im Radsport. Im großen und ganzen ist der Radsport deutlich sauberer geworden, eine neue Generation Fahrer ist am Start, häufigere Kontrollen und saftige Geldstrafen die in den Verträgen enthalten sind tun ein übriges.

Doch beenden wir dieses leidige Thema, widmen wir uns dem Sport. Wenn man sich die Menschenmassen gerade bei der Tour de France anschaut, dann hat der Radsport nichts von seiner Beliebtheit eingebüßt. Zudem genießt die Tour in Frankreich einen absoluten Sonderstatus. Die Start- und Zielorte zahlen richtig Kohle dafür, während der Tour bedacht zu werden. Die Tour ist in Frankreich nach wie vor sehr werbewirksam und die gezahlten Summen holt man locker wieder herein.

Die Veranstalter benötigen keine Genehmigungen, um etwa Bahnübergänge, Straßen oder gar Autobahnen zu sperren und erst recht fallen keine Gebühren an. In Deutschland wäre so etwas undenkbar. Die Tour hat Tradition, man ist stolz auf diese sportliche Tradition und das zeigt man auch. Da stehen Zuschauer in den unmöglichsten Verkleidungen am Straßenrand, da wird das Tour-Emblem auf Feldern und Wiesen gezeigt und auch sonst sind die Zuschauer sehr einfallsreich, um ihre Tour zu bewerben.

In diesem Jahr hatten wir mit Tony Martin nach langer Zeit mal wieder einen deutschen Fahrer, der die Ehre hatte das gelbe Trikot zu tragen. Leider stürzte er am Donnerstag durch eine Unachtsamkeit, brach sich das Schlüsselbein und musste die Rundfahrt früh beenden. Zwei Etappensiege konnte Sprinter André Greipel bereits erringen, der allerdings vorgestern sein grünes Trikot des besten Sprinters wieder verlor.

Die 7 Etappensiege durch deutsche Rennfahrer aus dem vergangenen Jahr dürften in diesem Jahr wohl kaum zu toppen sein, doch wir haben zumindest wieder deutsche Sportler in den verschiedenen Mannschaften, die sich zeigen und auch jederzeit für einen Etappensieg gut sind. Ein deutscher Fahrer der sich auch in der Gesamtwertung gut platzieren kann ist allerdings – noch – nicht in Sicht.

Aber wenn diese leidige Dopingvergangenheit einmal komplett vergessen sein wird, dann wird es mit Sicherheit auch wieder mehr deutsche Sponsoren geben, die sich im Radsport engagieren. Und damit vielleicht auch wieder einmal ein oder mehrere rein deutsche Spitzen-Teams, denn Bora-Argon 18 hat zwar einen deutschen Hauptsponsor, allerdings gehören nur 4 einheimische Fahrer zum Tour-Team. Heute ist im übrigen Ruhetag bei der Tour, bevor es morgen in die Pyrenäen geht.

Und da dürften sich dann die Favoriten beharken…

Mein Name ist Hans

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