nikolaus

Man merkt dass Weihnachten naht…

Ganz besonders merkt man es im Straßenverkehr, denn da scheint die alltägliche Hektik die vorweihnachtliche Hektik abzulösen. Niemand hat mehr Zeit, alle haben es eilig, fahren Kreuzungen zu und reagieren äußerst unwirsch – und das ist noch milde ausgedrückt – wenn Fußgänger um ihr Auto huschen um am Zebrastreifen die Straße zu überqueren. Wo sollen sie sonst auch hinüber kommen, wenn der Blödmannsgehilfe es so eilig hatte, dass er jetzt mitten auf dem besagten Zebrastreifen steht? Schließlich ist es nicht ihre Schuld, wenn eine Ampel so mir nichts, dir nichts von hellrot auf dunkelrot springt, das hätte er sicher noch geschafft…

Selbst Fußgänger rennen sich fast über den Haufen doch anstatt einer Entschuldigung erntet der Überlaufene nur ein schroffes „Können sie nicht aufpassen?“ Alle scheinen überhaupt keine Zeit mehr zu haben, jeder will der schnellste sein. Gestern musste ich so einem Mufti hinter mir auch mal schnell die Meinung geigen. Der meinte nämlich gleich mal sein Nebelhorn im Stakato anwerfen zu müssen und das nur, weil ich aus einer Nebenstraße gleich drei Autos vorgelassen habe. Einen Zeitverlust hatte er allerdings nur weil ich ihm Bescheid gegeben habe, deshalb verpasste er noch eine Ampelphase.

Weihnachten, das Fest der Liebe, scheint selbst bei den städtischen Bediensteten Hektik auszulösen. Gleich in Vierer-Sollstärke rückten gestern die Damen und Herren der Knöllchenfraktion an, damit die Stadtkassen auch etwas vom Weihnachtsgeld abbekommen. Besonders amüsant fand ich gestern, dass während eines etwa 20-minütigen Telefongesprächs dass ich im Auto führte, sage und schreibe gleich dreimal jemand an meinem Auto den Parkschein kontrollierte. Und der letzte Poliboy, der wollte sich dann auch noch mit mir anlegen.

Zwar hatte ich noch etwa 10 Minuten Parkzeit übrig, doch ihn störte etwas anderes. Er klopfte an meine Beifahrerscheibe, die ich dann auch bereitwillig herunter ließ. Dann ergab sich folgender Dialog: „Das da unten an ihrer Scheibe würde ich aber schleunigst wieder abkratzen!“ Ich wusste natürlich was er meinte und fragte deshalb: „Was stört sie daran?“ Darauf er: „Das kann man auch als Beleidigung auffassen!“ Und ich: „Wenn man kein Mann ist vielleicht, allerdings sehen sie erstens nicht aus wie eine Frau und zweitens habe ich sie nicht gezwungen es zu lesen!“

Darauf er wieder: „Aber meine Kolleginnen könnten das als Beleidigung auffassen und Anzeige erstatten.“ Ich erwiderte: „Sicher, aber erstens meine ich niemand spezielles und zweitens zwinge ich auch ihre Kolleginnen nicht das zu lesen!“ Und weiter: „Wenn sie einen ausgestreckten Mittelfinger als Aufkleber an einem Fahrzeug sehen, fühlen sie sich dadurch auch angesprochen und beleidigt?“ „Das ist etwas anderes“ erwiderte er. „Aha“ antwortete ich, „dann tut es mir leid. Für einen ausgestreckten Mittelfinger hatte ich unter dem Scheibenwischer keinen Platz. Und jetzt entschuldigen sie bitte, ich muss weiter…“

Dann ließ ich mein Auto an und fuhr los, denn die Diskussion wurde mir jetzt zu blöd. Allerdings hatte ich jetzt Gewissheit, dass mein neuer Aufkleber da vorne unter dem Scheibenwischer der Beifahrerseite zumindest gelesen worden ist. Und selbstverständlich möchte ich damit niemand beleidigen…

zettelpuppe

Mein Name ist Hans

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