förderturm

Das Ruhrgebiet, auch gerne als Ruhrpott bezeichnet, ist eine ziemlich große Ansammlung oft grauer Wohnsiedlungen innerhalb des westdeutschen Kohlebergbaus.

Im wesentlichen besteht der Ruhrpott aus der Hauptstadt Lüdenscheid-Nord und ihren Nebenorten Oberhausen, Essen, Gelsenkirchen, Bochum, Bottrop, Duisburg und Herne mit seiner eingemeindeten Stadt Wanne-Eickel. Manche zählen sogar das alte Lehmhüttendorf Haltern noch zum Ruhrpott. Die paar kleinere Dörfer wie Hagen, Gelsenkirchen oder auch Witten habe ich jetzt mit Absicht nicht mit aufgezählt, sie erhöhen die Einwohnerzahl des Ruhrgebiets nur unwesentlich.

Interessant ist die Entstehung des namens „Ruhrpott“. Dieser setzt sich zusammen aus dem quer durch das Gebiet fließenden Dorfbach Ruhr und dem Wort Pott, dass im umgangssprachlichen Ruhrpott-Slang für Toilette benutzt wird. Was nicht mehr und nicht weniger bedeutet als das die Ureinwohner mangels moderner Hygieneein- und vorrichtungen auch heute noch gerne den Dorfbach nutzen um ihre körpereigenen Exkremente zu sammeln.

Fährt der Ruhrpottler einmal in den Urlaub, dann weiß er oft mit den in fortschrittlicheren Gebieten wie etwa dem Rheinland vorhandenen Sanitäreinrichtungen nichts rechtes anzufangen und ist deshalb froh, auch dort ein fließendes Gewässer vorzufinden. Aber diese Porzellandinger eignen sich für den Ruhrpottler vorzüglich, um darin einmal die Strümpfe und eventuell auch die Unterhosen zu waschen. Schließlich dauert es wieder ein Jahr, bis der nächste Urlaub ansteht.

Im Ruhrpott ist die Namensendung „ski“ übrigens sehr geläufig. Eigentlich ist mindestens jeder zweite ein Nachkomme eines polnischen Wanderarbeiters aus dem frühen 19. Jahrhundert, die wegen nicht bezahlter Steuerschulden in ihrem Heimatland ins Ruhrgebiet ausgewiesen und zum Kohleabbau verpflichtet wurden. Noch heute wimmelt es vor lauter Adamskis, Dombrowskis, Nowitzkis und Zurawskis im Pott. Aber jemand musste schließlich auch die Arbeit machen und Kohle gab es im Ruhrgebiet reichlich.

Dummerweise liegt diese Kohle aber unter der Erde, ein Grund warum man früher tagsüber fast keinen männlichen Bewohner des Ruhrgebiets zu Gesicht bekam. Da ging der Ruhrpottler auf Schicht malochen. Die Bezahlung der Bergleute oder Kumpel war eine Besonderheit, denn während sogar schon in Bayern jeder ein Festgehalt oder einen Stundenlohn bezog, welches einem dann frei zur Verfügung stand, wurde in der Zeche alles zusammen geschmissen und jeder nahm sich was er brauchte.

Dies wurde nicht etwa gemacht um auch Faulpelzen ein Einkommen zu bieten, vielmehr dachten sich die Grubenbesitzer dass die ganzen „skis“ sowieso irgendwie miteinander verwandt wären und in der Familie schmeißt man eben alles zusammen. Deshalb haben sich damals auch viele die nicht die Endung „ski“ hinter ihrem Nachnamen hatten umtaufen lassen, um auch mal Geld aus dem Pott zu bekommen.

Die Spacheigenheiten der Ruhrpottler sind übrigens legendär. Schon in den 70er Jahren während eines Fußballspiels verwarnte der Schiedsrichter den Spieler Lippens (kein „ski“, dafür aber gebürtiger Holländer) mit den Worten: „Ich verwarne ihnen!“ Worauf der antwortete: „Ich danke sie!“ Und umgehend des Feldes verwiesen wurde… Aber auch abseits des Fußballfelds ist das Ruhrgebiet zum intellektuellen Zentrum der Bundesrepublik Deutschland gewachsen.

„Is dat nen Scheißwetter, da kannse dich doch den Tod holen!“ hat wahrscheinlich jeder schon einmal auf den Straßen des Ruhrgebiets gehört, wenn der Ruß mal wieder in kleinen Kügelchen auf den Boden rieselte. Wer liebt es nicht, wenn der Zimmermann aus dem Ruhrgebiet zu seinem Stift (Azubi) sagt: „Tu mich ma den Mottek geben.“ Wobei das Wort „Mottek“ nichts schlimmes bedeutet, es wurde mangels eigener Bezeichnung nur von den polnischen Vorfahren übernommen und heißt lediglich Hammer.

Ich könnte jetzt noch ein ganzes Buch über die sprachlichen Anekdoten der Ruhrgebietler füllen. Allerdings bin ich grad anet essen, da müsst ihr euch den Rest von dat ganze wissenswerte über den Pütt aba jetzt selbst ma googeln. Ich danke sie!

Mein Name ist Hans

Willkommen in der Quetschkommo.de. Hier berichte ich über alles was mir so in den Sinn kommt. Etwas mehr über mich kannst du hier erfahren und wo ich sonst noch so im Netz vertreten bin erfährst du mit einem Klick auf diesen Link. Wenn es dir hier gefällt komm ruhig wieder vorbei, ich würde mich freuen. Oder abonniere doch einfach den RSS-Feed dieses Blogs, um immer auf dem Laufenden zu bleiben.

Dieser Beitrag wurde 2 mal kommentiert

  1. Markus

    Sach ma, Hans, bisse schomma dagewes’n, innen Pott? Weilze so schreib’n tus, als wenn nich. Tusse ma wacker hier bei uns bei komm‘, dann zeig’n wir dich ma, wie schön dat hier am sein iss.http://quetschkommo.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_wink.gif

    • Hans

      Och Markus, du glaubst gar nicht, wie oft ich bei euch unterwegs bin. Aktuell bin ich morgen übrigens in Bochum und in Oberhausen und ich kenne im Pott auch viele schöne Ecken…