Mir redn Boarisch

bayern

Vor einem knappen Jahr hatte es mich für eine Nacht in ein Hotel unweit der österreichischen Grenze im Berchtesgadener Land verschlagen.

Eigentlich eher ein Rentner-Hotel mit vielen Vollpensionsgästen und abendlicher Akkordeon-Unterhaltung, die ich mir aber nicht gegeben habe. Trotzdem aber ein sehr schönes und gepflegtes Haus mit einem noch gemütlicheren “Schankkeller”, den ich mir nach einer halbstündigen Schwimmrunde und dem Abendessen dann mal näher angesehen habe. Vor der Tür ein Schild mit der Aufschrift “Mir redn Boarisch”, was mir quasi schon vorher androhte, was nachher noch folgen sollte.

Und die Bedienung sprach nun wirklich einen sehr intensiven Dialekt und machte auch keine Anstalten, auch einmal halbwegs verständliches Hochdeutsch zu sprechen. Naja, ein Bier konnte ich jedenfalls bestellen, zumindest verstand sie mich offensichtlich. Die Rentner waren beim Akkordeon-Abend eingespannt, denn in dem wirklich gemütlichen Schankkeller saß außer mir nur noch ein Pärchen am Tisch.

Und nach dem zweiten Bier kam ich dann an der Theke mit der Bedienung ins “Gespräch”. Sie fragte wo ich her käme und ich antwortete ihr sehr ausführlich, allerdings auf Kölsch. Sie fragte dann zweimal nach, weil sie einiges wohl nicht verstanden hatte. Dann habe ich sie gefragt, ob sie hier aus der Gegend wäre, natürlich wieder auf Kölsch. Da guckte sie das erste mal wie ein Auto…

Schild

Gut, damit überhaupt ein Gespräch zustande kam, habe ich ihr dann wenig später die hochdeutsche Übersetzung geliefert. Worauf sie antwortete, dass wir “da im Rheinland” aber einen sehr “komischen” Dialekt hätten. Was aber scheinbar wirkte, denn in der Folge bemühte sie sich wirklich verständlich zu reden. Da hat die Erziehung doch gewirkt…

Tja, diese Bayern. Sprache haben sie keine, eher eine Halskrankheit. Aber wer kann auch schon bei uns mit Begriffen wie Gnackwatschn, Schupfabrunz’n, Huastnguatl oder auch Fotz’nspangler schon etwas anfangen. Ihr etwa?