Der Grünstreifen als letzter Ausweg

reifen

Grünstreifen gibt es in der Natur in vielfältiger Weise.

Ihr Vorkommen ist allerdings gewöhnlich an mehrspurige Straßen oder Autobahnen und die biologische Möglichkeit des Pflanzenbewuchses gebunden. Mal besteht der Grünstreifen nur aus einem Stück Wiese, mal ist die Wiese mit Unkraut bewachsen und manchmal wachsen auf dem Grünstreifen sogar Bäume. Eine Erfahrung, die gestern ein sehr übereifriger Autofahrer machen sollte.

Jeder kennt ja die Situation, dass zwei Fahrstreifen einer Straße oder Autobahn sich plötzlich auf eine Spur verengen. Wenn eine Baustelle der Grund für diese Fahrbahnverengung ist, dann wird das in den meisten Fällen durch große weit leuchtende und dementsprechend auch sichtbare Signallampen angezeigt. Allerdings kommt es auch vor, daß eine Bundesstraße plötzlich von zweispurig auf einspurig verengt wird, weil zum Beispiel die Verkehrsführung es nicht anders erlaubt.

So eine Situation gab es auch gestern. Die Schilder zeigten schon ab 600 Metern Entfernung an, daß genau das geschehen sollte. Also verringert man im Normalfall je nach Verkehrsaufkommen seine Geschwindigkeit, lässt die Fahrzeuge auf der linken Spur einfädeln und alles geht seinen gewohnten Gang. Doch es gibt auch Verkehrsteilnehmer denen das nicht schnell genug geht…

Ich sah ihn mit seinem 7er BMW schon von hinten angebrettert kommen und ahnte, dass das nicht gut ausgehen würde. Nach rechts konnte ich nicht mehr, weil dort ein LKW auf dem Seitenstreifen stand, links waren schon schraffierte Linien und da würde er mit Sicherheit nicht mehr durch passen. Was er aber scheinbar – und immer noch mutig hoher Geschwindigkeit – trotzdem versuchte…

Danach sah ich eigentlich nur noch ein Auto das leicht abhob und dann über den Grünstreifen schredderte, bevor es unsanft von einem Gott sei Dank nicht allzu großen Baum gebremst wurde. Der knickte ab, zum großen Glück des BMW-Fahrers. Denn wenn der Grünstreifen etwas mehr bewaldet gewesen wäre, dann hätte er wahrscheinlich seinen Ausflug nicht nur mit einem kapitalen Frontschaden bezahlt, sondern sich bestimmt auch tüchtig weh getan.

Was ich ihm dann auch gleich mal unter die Nase gerieben habe als ich ihm aus dem Auto half, während er sich noch aus dem Stück Stoff namens Airbag befreite. Und dann habe ich ihm auch geraten, mal seine sieben Sinne testen zu lassen, denn jeder Fahranfänger hätte einschätzen können, dass diese Situation nicht gut ausgehen konnte. Danach habe ich dann die Polizei gerufen, denn der Knabe war doch augenscheinlich verwirrt, weil er tatsächlich einfach so weiterfahren wollte.

Selbst meinen Einwand, dass da vorne hinter der dicken Delle in der Motorhaube augenscheinlich Kühlwasser ausgelaufen war, wischte er mit einer Armbewegung weg und sagte: “Ach das ist doch nicht so tragisch, außerdem bin ich im ADAC wenn ich liegenbleiben sollte.” 74 Jahre sei er bemerkte er dann noch, wie er die bei der Fahrweise geworden ist grenzt allerdings an ein Wunder…

Naja, die Polizei erschien dann auch relativ schnell und überzeugte ihn dann, dass es mit einer Weiterfahrt nichts werden würde. Dann habe ich mein Visitenkärtchen wegen einer späteren Zeugenaussage abgegeben und bin abgedampft. Soviel Unvernunft und das in dem Alter, da werde ich nachher noch aggressiv…

Vom Himmel hoch

regen

Wow, schüttet das heute aus Kübeln…

Von frühmorgens bis jetzt kam schon reichlich Wasser vom Himmel und das eigentlich ohne Unterbrechung. Und ausgerechnet heute hatte ich natürlich noch eine etwas weitere Fahrt vor mir, die ich mir bei diesen Wetterbedingungen eigentlich gerne erspart hätte. Denn erfahrungsgemäß ist es kein Vergnügen, bei Regen, Nebel und allgemein schlechter Sicht auf bayrischen Straßen unterwegs zu sein.

Eigentlich sollte man ja seine Geschwindigkeit bei Regen etwas anpassen, denn nicht nur Aquaplaning droht an manchen Stellen, auch die Gischt des Vordermanns trägt nicht gerade dazu bei dass man sich entspannt zurücklegen und die Fahrt genießen kann. Und ich rege mich immer wieder über diese Blödmannsgehilfen auf, denen scheinbar alles egal ist… :roll:

Die donnern mit einem Affenzahn über den Teer, obwohl deren Sicht wahrscheinlich genau so eingeschränkt ist wie bei anderen. Aber egal, da gehts im Blindflug über die Bundesstraße, da wird Überholt obwohl man überhaupt nicht erkennen kann ob jemand entgegen kommt, koste es was es wolle. Nun, ich fahre ja auch gerne schnell, aber bei solchen Bedingungen wie heute finde ich so etwas unverantwortlich. Denn man gefährdet ja nicht nur sich selbst, sondern vor allem auch andere.

Über einen dieser Helden habe ich mich eben auf dem Weg ins Hotel noch tierisch aufgeregt, als er mit seinem sportlichen Fahrzeug mit der sehr markanten Farbe an uns vorbei gedonnert kam wie ein Geisteskranker. Die markante Farbe seines Autos machte es mir allerdings auch einfacher seinen Karren zu identifizieren, als er sich knapp 10 Kilometer weiter in eine Wiese verabschiedet hatte.

Bin mal gespannt ob es nachher noch etwas trockener wird, denn ein kurzfristiger Besuch bei einem guten, alten Bekannten steht auf dem Plan. Allerdings sind dazu auch – hin und zurück – noch knapp 190 Kilometer vom Allgäu bis kurz vor Augsburg zu rudern fahren.

Erlebnisse auf der Bundesstraße

autosEntscheidungsfreudig ist anders…

Ich liebe ja diese Spezialisten die sich nicht entscheiden können. So wie dieser ältere Mitbürger gestern. Er fuhr schon eine ganze Zeit lang gemütlich vor mir auf der Landstraße, vor sich alles frei und hinter sich etwa zwanzig Fahrzeuge. Leider gab es die Verkehrssituation nicht her, dass ich oder jemand anders ihn überholen konnte. Das sollte sich wenig später noch rächen.

Denn genau wie ich wollte dieser Tourenfahrer in seinem schon etwas älteren Daimler dann nach rechts auf eine zweispurige Bundesstraße abbiegen. Nur scheinbar hatte er plötzlich entschieden, auf den nächsten Wintereinbruch zu warten. Denn er machte keine anstalten, auch auf die völlig freie Bundesstraße einzubiegen. Nachdem ich dann mindestens eine Minute hinter ihm verbracht hatte, gab ich ihm durch einen kurzen Ton mit der Hupe zu verstehen, dass andere Leute vielleicht auch noch die Absicht hätten, ihr Ziel in absehbarer Zeit zu erreichen.

Und nachdem dann immer noch kein Auto von links kam, bin ich kurzerhand ausgeschert und habe ihn dort verschimmeln lassen. Dachte ich… Aber mein (unerlaubtes) Manöver war ihm wohl etwas aufs Herz geschlagen und er hatte seinen ollen Daimler dann doch noch um die Ecke geschoben. Und etwa 5 Minuten später erschien er hektisch blinkend und wild gestikulierend in meinem Rückspiegel. Wäre er nur vorhin auch mindestens so schnell gefahren, wie er jetzt hinter mir aufgetaucht war.

Seine Gesichtsfarbe würde ich jetzt mal als hochrot bezeichnen, wobei man das unter der schicken und mindestens 30 Jahre alten Baskenmütze und noch dazu im Rückspiegel nicht einwandfrei erkennen konnte. Das Weibchen neben ihm hatte dafür einen sehr deutlich erkennbaren kalkweißen Teint und einen etwas angespannten Gesichtsausdruck. Was entweder darauf zurückzuführen war dass er seine mittelalterliche Zwiebel so getreten hatte, dass dem Weibchen die Gesichtsfarbe entwichen oder sie vielleicht sogar schon verschieden war.

Aber wenn ich eines nicht leiden kann, dann sind das schon etwas angejahrte Blödmannsgehilfen mit hochrotem Kopf, die erst den fließenden Verkehr blockieren und dann hinter einem her fahren und hektisch blinken. Also habe ich dann mal auf das rechte Pedal getreten, damit sein Blutdruck sich wieder einregulieren konnte. Vorsichtshalber werde ich mir heute aber mal eine örtliche Tageszeitung besorgen um zu erfahren, ob nicht irgendwo zwei verblichene in oder neben einem ollen Daimler gefunden wurden…