Preisverhandlungen bei Aldi

einkaufswagen

Gestern Abend in Schwäbisch Hall…

Vor der Fahrt zum Hotel wollte ich noch schnell meinen Getränkevorrat für unterwegs auffrischen. Also noch schnell bei Aldi angehalten und noch so gerade vor der Schließung reingehüpft. Ein Sixpack Apfelschorle unter den Arm gepackt und dann geradewegs zur Kasse. Und als ich gerade das Sixpack aufs Laufband stelle, quetscht sich so ein Jungmann – so geschätzte 14-15 Lenze – an mir vorbei, donnert ein Sixpack Cola und 2 Brötchen aufs Band und kramt mit der linken Hand ein halbes Kilo Kleingeld aus der Hosentasche.

Schon die Zusammenstellung seines Abendessens kam mir komisch vor, weshalb ich ihm auch den unverschämten “Überholvorgang” verzieh. Die Kassiererin scannte alles ein und nannte dann 7 Euro und ein paar kleine als Preis. Da guckte das Männlein plötzlich ganz doof, warf einen Blick auf seine Münzen und sagte: “Da haben sie sich aber vertan, die Cola kostet nur 89 Cent.” Die Kassiererin grinste ihn an und antwortete: “Ja klar, EINE Flasche!” “Dann müssen sie das aber anders auszeichnen, ich bezahle jetzt nur 89 Cent und die 2 Brötchen.”

“Dann bekommen sie auch nur eine Flasche” bekam er zur Antwort und sie begann, eine Flasche aus der Verpackung zu kramen. Worauf er dann ihre Hand wegschlug und auf alle 6 Flaschen bestand. Das wurde mir dann allerdings etwas zu doof und ich packte den Wicht am Kragen. Dann erklärte ich ihm höflich, das man erstens der Kassiererin nicht auf die Hand schlägt und zweitens die Auszeichnung sicher korrekt sei, er es aber sicherlich nicht richtig gelesen hätte.

Er schaute mich mit großen Augen an, während ich ihn los ließ. Eigentlich wäre jetzt eine Entschuldigung seinerseits an die Kassiererin fällig gewesen doch statt dessen verteilte er blitzschnell seine kompletten Münzen über die Scannerkasse, raffte sich in Windeseile das Sixpack und weg war er. Die Brötchen hatte er in der Eile wohl vergessen und ich verzichtete darauf ihm nachzulaufen. Eingeholt hätte ich ihn sicherlich nicht und ein Sixpack Cola erschien es mir auch nicht wert.

Die konsternierte Kassiererin sammelte kopfschüttelnd zuerst alles ein was sich auf dem Kassentisch befand und als ich bemerkte, das da eine Menge Münzen noch in ihrem “Verschlag” lägen antwortet sie: “Entweder war der total Banane oder hatte noch nie Geld in der Hand. Alleine hier oben auf dem Tisch habe ich jetzt schon über 9 Euro zusammen, jetzt hat er mir auch noch Trinkgeld gegeben.” Ich grinste und sagte: “Na das war die Aufregung dann doch wert.”

Dann kassierte sie meine Apfelschorle ab. Beim rausgehen dachte ich dann wirklich darüber nach, warum immer ich solche Sachen erlebe. Wahrscheinlich ziehe ich solche Blödmannsgehilfen magisch an…

Umtauschaktion am Abend

einkaufswagenWarum tue ich mir so etwas auch an?

Gestern Abend habe ich in meiner unendlichen Gutmütigkeit die bessere Hälfte zum Einkaufen begleitet. Und wie ich es mir vorher hätte denken können, habe ich es nachher wieder bitter bereut. Der Einkauf an sich ging ja noch relativ schmerzfrei und zügig von dannen, bis wir dann an die Kasse kamen. Das Weibchen hatte sich natürlich genau hinter einem anderen Weibchen postiert, deren Einkaufswagen schon fast überquoll. Aber wahrscheinlich macht sie das extra, um mich dann mal 10 Minuten in ein Gespräch zu verwickeln.

Auf jeden Fall hatte die Röckchenträgerin vor uns das Laufband an der Kasse von vorne bis hinten belegt. Und wartete seelenruhig ab, dass die Kassiererin den Krempel über den Scanner ziehen würde, damit sie ihren restlichen Klumpatsch auch noch auf dem Band stapeln konnte. Ging natürlich nicht, da Frau Kassiererin sonst alles neben die Kasse hätte schmeißen müssen. Und auf einen entsprechenden Hinweis von Frau Kassiererin reagierte dieser weibliche Blödmannsgehife vor uns dann auch endlich, stapelte alles etwas höher und stapfte mit ihrer Einkaufskarre weiter ans Ende des Kassenbereichs.

Dort wurde dann alles eingescannt und wieder in den Karren gepackt. In der Zwischenzeit begann die bessere Hälfte, den frei werdenden Platz auf dem Laufband wieder zu schließen, sprich unseren Einkauf dort zu platzieren. Das Laufband lief weiter und immer weiter und als unser Einkauf vorne angelangt war, stellte ich mich schon mal seelisch aufs bezahlen ein. Denn das ist so ein Trick der besseren Hälfte, nimmt sie einfach den Alten mit und der kann dann löhnen.

Doch das Weibchen vor uns hatte noch ein Trumpf-As im Ärmel. Denn urplötzlich fiel ihr nach dem bezahlen ein, dass sie noch einen BH zum umtauschen in der Tasche hatte. Diesen hatte sie nach eigener Aussage “vor etwa 2 Monaten” gekauft und er passte wohl nicht. Deshalb wollte sie ihn jetzt umtauschen. Sinnigerweise hatte sie aber noch nicht einmal den Einkaufsbon dabei, womit sie den Kauf nachweisen konnte. Als sie Frau Kassiererin darauf hinwies, fing sie dann an rumzuzetern und wollte die Filialleitung sprechen.

Was wiederum dann mich auf den Plan brachte, denn erstens hatte ich nicht vor meinen Feierabend beim Discounter zu verbringen und zweitens macht mich so viel Duseligkeit sowieso schnell reizbar. Also sagte ich dann zu Frau Kassiererin: “Wie blöd muss man eigentlich sein, um wegen eines BH für 5 Euronen einen kompletten Montagabend die Kasse zu blockieren?” Darauf antwortete das Weibchen an der Kasse zwar nicht, aber ihr Blick und ihr Schulterzucken zeigten mir, dass sie wohl genau so dachte wie ich.

Die bessere Hälfte dachte wohl auch so, trotzdem bekam ich wegen meiner harmlos gestellten Frage von ihr einen Knuff mit dem Ellenbogen in die Seite. Allerdings bewirkte meine Frage, dass die Blödmannsgehilfin vor uns sich plötzlich eines besseren besann, ihren Tütenstützer in den Einkaufskorb pfefferte und sich von dannen trollte. Was mich zu einem spontanen Applaus und die bessere Hälfte zu einem neuerlichen Knuff in die Seite hinriß.

Als wir dann bezahlen mussten, schaute mich die meinige wieder mit diesem na-hol-schon-die-Kohle-raus-Alter-Blick an. Aber Mann vergisst ja nicht so schnell… Mit Unschuldsmine bemerkte ich, dass ich wohl meine hart verdiente Kohle zu Hause vergessen hätte. Da bezahlte sie dann… Ha, wusste ich es doch… Aber wer mich knufft, der hat es auch nicht besser verdient.