Der FC Bayern München ist Deutscher Meister und keinen interessierts

fussballUnd das schon zum 25sten Mal…

Mit der Hilfe von Borussia Ostholland Mönchengladbach, die am Sonntag den VfL Wolfsburg besiegten und somit den Bajuwaren den 25sten Meistertitel schon 4 Spieltage vor Schluß sicherten. Natürlich gratuliere ich dem neuen Deutschen Meister ebenfalls, allerdings habe ich auch ein wenig Mitleid mit den Bayern. Denn niemand scheint sich – ein paar wenige Anhänger ausgenommen – noch dafür zu interessieren, ob die Bayern nun Meister werden oder ob in China ein Fahrrad umfällt.

Selbst feiern ist – zumindest noch – nicht, denn heute steht schließlich das DFB-Halbfinale gegen Borussia Dortmund auf dem Terminplan, ein wichtiger Meilenstein auf dem erneuten Weg zum Triple. Traue ich den Bayern den Gewinn des DFB-Pokals noch zu, habe ich da in der Champions League große Bedenken. Denn der FC Barcelona hat in diesem Jahr wieder einen Lauf und dürfte nur schwer auszuschalten sein. Doch wer weiss, an einem guten Tag schlägt man auch die Katalanen.

Und wenn nicht hat man ja dann immer noch einen oder zwei nationale Titel, wobei ich als Spieler allerdings schon gar keinen Bock mehr hätte, eine Meisterschaft mit vierwöchiger Verspätung zu feiern. Naja, dafür bekommen sie wenigstens eine relativ hohe Gehaltsentschädigung, das dürfte den meisten auch wichtiger sein als eine Feier… Und auch der Fußballfan der anderen deutschen Mannschaften die Treue hält registriert nur noch beiläufig den nationalen Erfolg des FC Bayern, zu groß ist deren Übermacht in der Liga.

Eher brandet da schon einmal Schadenfreude auf, wenn die Millionario-Truppe einmal unerwartet verlieren sollte oder wie in der jüngeren Vergangenheit geschehen, einmal ein oder mehrere quasi fest eingeplante Titel in andere Vitrinen wandern. Der Fußballfan respektiert die Leistung der Bayern, angesichts des zur Verfügung stehenden Kaders empfindet er sie aber auch als selbstverständlich. Nun, morgen wird die 25ste Meisterschaft des FC Bayern schon fast wieder in Vergessenheit geraten sein und wir können uns wieder wichtigeren Dingen zuwenden.

Der Rummel um Mick Schumacher

nur mal soSo etwas habe ich befürchtet.

Seit der siebenfache Formel 1-Weltmeister Michael Schumacher am 29. Dezember 2013 beim Skifahren stürzte und ein Schädel-Hirn-Trauma erlitt, stürzt sie die deutsche Medienlandschaft auf alles, was irgendwie mit dem Namen Schumacher in Verbindung steht. Nachdem Michael seine Rehabilitation in den eigenen vier Wänden voran treibt, wo die Presse außen vor ist, musste zuerst sein Bruder Ralf und seine Scheidung von Cora für die Schlagzeilen herhalten.

Und nachdem dieses Thema relativ schnell ausgereizt war, ist nun Michaels Sohn Mick an der Reihe. Am Anfang seiner “Karriere” – wenn man bei einem 16-jährigen Jungen überhaupt schon von einer Karriere sprechen kann – startete Mick unter dem Mädchennamen seiner Mutter, um größeres Aufsehen zu vermeiden. Seit dem vergangenen Jahr nutzte er den Namen Mick Junior und fuhr erste Erfolge ein. Er wurde Zweiter in der deutschen Junioren-Kartmeisterschaft sowie Vizeeuropa- und Vizeweltmeister.

Und seit dieser Saison startet er in der neu geschaffenen ADAC Formel 4 und die Presse dreht seither am Rad. Vor allem seit er am Wochenende den dritten Lauf dieser Rennserie siegreich beendete, überschlägt sich fast jede größere deutsche Zeitung mit Lobeshymnen. Selbst in den einschlägigen TV-Sportsendungen wurde in Wortmeldungen über den Erfolg von Schumacher Junior berichtet, wann hat es so etwas je gegeben?

Sicherlich hat er Talent, ob er auch das Talent seines Vaters geerbt hat wird die Zukunft zeigen. Gut für die Rennserie war sicherlich der Zuschauerzuspruch beim letzten Rennen, denn vor 20.000!! Zuschauern fahren die Nachwuchs-Piloten sicher auch nicht jeden Tag. Fraglich sehe ich allerdings das Medieninteresse, denn ohne den Namen Mick Schumacher wären sicherlich nicht fast 200!! Medienvertreter in Oschersleben aufgeschlagen.

Ob das Interesse der Medien auch mindestens einem anderen Fahrer galt und ob sie wenigstens einen Namen eines der anderen Piloten in Erfahrung gebracht haben, wage ich sehr zu bezweifeln. Mick Schumacher tut mir jetzt schon leid, denn er wird immer an seinem Vater gemessen werden und bei eventuell weiteren Erfolgen auch demnächst kein Privatleben mehr haben. Das ist wohl der Nachteil, wenn man einen so berühmten und erfolgreichen Vater hat.

Bleibt zu hoffen, dass sich Mick bei seinen sportlichen Aktivitäten nicht davon beeinflussen lässt. Denn er ist zwar schon bundesweit bekannt aber nicht zuletzt ein 16-jähriger Junge, der nur seinen Spaß haben möchte.

Ägyptische Hieroglyphen

lupeManchmal hilft nur raten…

Eine undefinierbare Handschrift kann ein ernst zu nehmendes Problem darstellen. In der Grundschule gab es ja bei uns noch Schönschrift als eigenes Fach. Dürfte bei mir auch geholfen haben, jedenfalls hat sich bis heute noch niemand über meine Handschrift beklagt. Allerdings scheint bei einigen mit zunehmendem Alter auch das Schriftbild eklatant zu altern. Denn was ich da manchmal beruflich so vorgelegt bekomme, das erinnert dann nicht selten an ägyptische Hieroglyphen. Das hat dann auch nichts mehr mit lesen zu tun, sondern eher mit raten.

Bei Ärzten und Apothekern, aber auch bei manchem Lehrer scheint es ja schon zum guten Ton zu gehören, unlesbare Satz- oder Wortfetzen dahin zu schmieren. Da wundere ich mich manchmal wirklich, das man daraus überhaupt noch einen Zusammenhang erkennen kann. Ganz schlimm ist es, wenn dann brillant platzierte Rechtschreibfehler das lesen noch zusätzlich erschweren.

Ich kenne zwar nicht die Anforderungen die an Apotheker gerichtet werden, aber in meinen Augen sind das doch die Künstler der Nation. Wie sie mit sicherem Blick und ohne lange herum zu raten zielsicher das verschriebene Medikament aus dem Regal fischen, dass nötigt mir höchsten Respekt ab. Ich hätte gestern wahrscheinlich alles auf dem Rezept gelesen, nur nicht das was der Weißkittel hinter der Theke der Not-Apotheke mir dann ausgehändigt hat.

Aber vielleicht hat er ja auch wirklich nur geraten und der Onkel Doktor in der Notfallklinik hat mir eine ganz andere Salbe für die Schwellung am Handgelenk verschrieben. Spätestens in ein bis zwei Tagen werde ich es wohl wissen. Wenn mir bis dann nicht die Pfote abgefault ist, dann war es wohl das richtige. Und dann wird der kleine eingesprungene Rittberger, den ich gestern unfreiwillig und stocknüchtern eingelegt habe, wohl schnell wieder Geschichte sein.